auch dabei bleibt, jede Erkenntnis in Frage zu stellen, also auch ihre eigene, und keine Gegebenheit gelten zu lassen, also auch diejenige nicht, die sie selbst feststellt. Darf sie nichts als vorgegeben voraussetzen, so mu� sie mit irgendeiner Erkenntnis anheben, die sie nicht anderweits unbesehen hernimmt, die sie sich selbst vielmehr gibt, die sie selbst als erste setzt. Diese erste Erkenntnis darf schlechthin nichts von der Unklarheit und Zweifelhaftigkeit enthalten, die Erkenntnissen sonst den Charakter des R�tselhaften, Problematischen verleihen, welcher uns schlie�lich so in Verlegenheit setzte, da� wir ver?anla�t wurden zu sagen, Erkenntnis �berhaup't 'sei ein Problem, eine unverst�ndliche, kl�rungs bed�rftige, ihrem Anspruch nach zweifelhafte Sache. Korrelativ ausgedr�ckt: wenn wir kein Sein als vorgegeben hinnehmen d�rfen, weil die erkenntniskritische Unklarheit es mit sich bringt, da� wir nicht verstehen, welchen Sinn ein Sein haben kann, das ans ich und doch in der Erkenntnis erkannt sei, so mu� sich doch ein Sein aufweisen lassen, das wir als absolut gegeben und zweifellos anerkennen m�ssen, sofern es eben in einer Weise gegeben ist, da� bei ihm v�llige Klarheit besteht, aus der jede Frage ihre unmittelbare Antwort findet und finden mu�. Und nun erinnern wir uns an die Cartesianische Zweifelsbetrachtung. Die vielf�ltigen M�glichkeiten des Irrtums und der T�uschung bellenkend, mag ich in solch eine skeptische Verzweiflung geraten, da� ich damit ende zu sagen: nichts steht mir sicher, alles ist mir zweifelhaft. Aber alsbald ist evident, da� mir doch nicht alles zweifelhaft sein kann, denn indem ich so urteile, alles ist mir zweifelhaft, ist das unzweifelhaft, da� ich so urteile, und so w�re es widersinnig einen universellen Zweifel festhalten zu wollen. Und in jedem Falle eines bestimmten Zweifels ist es zweifellos gewi�, da� ich so zweifle. Und ebenso bei jeder cogitatio. Wie immer ich wahrnehme, vorstelle, urteile, schlie�e, wie immer es dabei mit der Sicherheit oder Unsicherheit, der Gegenst�ndlichkeit oder Gegenstandslosigkeit dieser Akte sich verhalten mag, im Hinblick auf das Wahrnehmen ist es absolut klar und gewi�, da� ich das und das wahrnehme, im Hinblick auf das Urteil, da� ich das und das urteile usw. Descartes hat diese Erw�gung zu anderen Zwecken angestellt; passend modifiziert k�nnen wir sie hier aber gebrauchen. Fragen wir nach dem Wesen der Erkenntnis, so ist, wie immer es mit dem Zweifel an ihrer Triftigkeit und mit dieser selbst beschaffen sein mag, zun�chst doch die Erkenntnis selbst ein Titel f�r eine vielgestaltige Seinssph�re, die uns absolut gegeben sein kann und in Einzelheiten jeweils absolut zu geben ist. N�mlicb die Denkgestaltungen, die ich wirklich vollziehe, sind mir gegeben, wofern ich auf sie reflektiere, sie reinschauend aufnehme und setze. Ich