geben k�nne. Diese �berzeugung entspricht vollkommen den gro�en Traditionen der Philosophie des 17. Jahrhunderts, die ja auch meinte, alles Heil der Philosophie h�nge davon ab, da� sie die exakten Wissenschaften zum methodischen Vorbild nehme, vor allem also die Mathematik und die mathematische Naturwissenschaft. Mit der methodischen h�ngt auch die sachliche Gleichstellung der Philosophie mit den anderen Wissenschaften zusammen, und man mu� gegenw�rtig noch als die vorherrschende Meinung bezeichnen, da� die Philosophie, und n�her die oberste Seins?und Wissenschaftslehre, nicht nur auf alle sonstigen Wissen?schaften bezogen, sondern auch auf deren Ergebnisse gegr�ndet sein k�nne: in derselben Art wie Wissenschaften sonst aufeinander gegr�ndet sind, die Ergebnisse der einen als Pr�missen f�r die anderen fungieren k�nnen. Ich erinnere an die beliebten Begr�ndungen der Erkenntnistheorie durch Erkenntnispsychologie und Biologie. In unseren Tagen h�ufen sich die Reaktionen gegen diese verh�ngnisvollen Vorurteile. In der Tat, es sind Vorurteile. In der nat�rlichen Forschungssph�re kann eine Wissenschaft auf eine andere sich ohne weiteres bauen und kann die eine f�r die andere als methodisches Vorbild dienen, wenn auch nur in gewissen durch die Natur der jeweiligen Forschungsgebiete bestimmten und begrenzten Ausma�en. Die Philosophie aber liegt in einer v�llig neuen Dimension. Sie bedarf v�llig neue Ausgangspunkte und einer v�llig neuen Methode, die sie von jeder "nat�rlichen" Wissenschaft prinzipiell unterscheidet. Darin liegt, da� die logischen Verfahrungsweisen, die den nat�rlichen Wissenschaften Einheit geben, mit allen von Wissenschaft zu Wissenschaft wechselnden speziellen Methoden, einen einheitlichen prinzipiellen Charakter haben, dem sich die methodischen Verfahrungsweisen der Philosophie gegen�bersetzen als eine im Prinzip neue Einheit. Und wieder liegt darin, da� die reine Philosophie innerhalb der gesamten Erkenntniskritik und der "kritischen" Disziplinen �berhaupt von der ganzen in den nat�rlichen Wissenschaften und in der wissenschaftlich nicht organisierten nat�rlichen Weisheit und Kunde geleisteten Denkarbeit absehen mu� und von ihr keinerlei Gebrauch machen darf. Vorweg wird uns diese Lehre, deren n�here Begr�ndung die weiteren Ausf�hrungen geben werden, durch folgende �berlegung nahe gebracht. Im skeptischen Medium, das die erkenntniskritische Reflexion (ich meine die erste, vor der wissenschaftlichen Erkenntniskritik liegende und in der nat�rlichen Denkweise sich vollziehende) notwendig erzeugt, h�rt jede nat�rliche Wissenschaft und jede nat�rliche wissenschaftliche Methode auf, als ein verf�gbarer Besitz zu gelten. Denn objektive Triftigkeit der Erkenntnis �berhaupt ist nach Sinn und M�glichkeit r�tselhaft und dann auch zweifelhaft geworden, und exakte Erkenntnis wird dabei nicht minder r�tselhaft als nicht exakte, wissenschaftliche nicht minder als vorwissenschaftliche. Fraglich wird die M�glichkeit der Erkenntnis, genauer die M�glichkeit, wie sie eine Objektivit�t, die doch in sich ist, was sie ist, treffen kann. Dahinter aber liegt : da� die Leistung der Erkenntnis, der Sinn ihres Geltungsoder Rechtsanspruches, der Sinn der Unterscheidung zwischen giltiger und blo� pr�tendierter Erkenntnis in Frage ist; ebenso andererseits der