Solipsismus stellen? Eine harte Zumutung. Soll ich mit Hume alle transzendente Objektivit�t auf Fiktionen reduzieren, die sich mittels der Psychologie erkl�ren, aber nicht vernunftm��ig rechtfertigen lassen? Aber auch das ist eine harte Zumutung. Transzendiert nicht wie jede, so auch die Humeisehe Psychologie die Sph�re der Immanenz? Operiert sie unter den Titeln: Gewohnheit, menschliche Natur (human nature), Sinnesorgan, Reiz und dgl. nicht mit transzendenten (und nach ihrem eigenen Eingest�ndnis transzendenten) Existenzen, w�hrend ihr Ziel darauf gerichtet ist, alles Transzendieren der aktuellen "Impressionen" und "Ideen" zur Fiktion zu degradieren 11). Aber was n�tzt die Berufung auf Widerspr�che, wenn die Logik selbst in Frage ist und problematisch wird. In der Tat, die reale Bedeutung der logischen Gesetzlichkeit, die f�r das nat�rliche Denken au�er aller Frage steht, wird nun fraglichund selbst zweifelhaft. Biologische Gedankenreihen dringen sich auf. Wir werden an die moderne Entwicklungstheorie erinnert, wonach sich der Mensch etwa im Kampf ums Dasein und durch nat�rliche Zuchtwahl entwickelt hat, und mit ihm nat�rlich auch sein Intellekt und mit dem Intellekt auch alle die ihm eigent�mlichen Formen, n�her die logischen Formen. Drucken danach die logischen Formen und logischen Gesetze nicht die zuf�llige Eigenart der menschlichen Species aus, die auch anders sein k�nnte und im Verlauf der k�nftigen Entwicklung auch anders sein wird? Erkenntnis ist also wohl nur menschliche Erkenntnis, gebunden an die menschlichen intellektualen Formen, unf�hig die Natur der Dinge selbst, die Dinge an sich zu treffen. Aber alsbald springt wieder ein Unsinn hervor: die Erkenntnisse, mit denen eine solche Ansicht operiert und selbst die M�glichkeiten, die sie erw�gt, haben sie noch Sinn, wenn die logischen Gesetze in solchem Relativismus dahingegeben wer?den? Setzt die Wahrheit, es bestehe die und die M�glichkeit, nicht die absolute Geltung des Satzes vom Widerspruch implizite voraus, wonach mit einer Wahrheit die Kontradiktion ausgeschlossen ist? Diese Beispiele m�gen gen�gen. Die M�glichkeit der Erkenntnis wird �berall zum R�tsel. Leben wir uns in die nat�rlichen Wissenschaften ein, so finden wir, soweit sie exakt entwickelt sind, alles klar und verst�ndlich. Wir sind sicher, im Besitz objektiver Wahrheit zu sein, begr�ndet durch zuverl�ssige, die Objektivit�t wirklich treffende Methoden. Sowie wir aber reflektieren, geraten wir in Irrungen und Verwirrungen. Wir verwickeln uns in offenbare Unzutr�glichkeiten und selbst Widerspr�che. Wir sind in st�ndiger Gefahr, in den Skeptizismus zu verfallen, oder besser: in irgendeine der verschiedenen Formen des Skeptizismus, deren gemeinsames Merkmal leider ein und dasselbe ist: der Widersinn. Der Tummelplatz dieser unklaren und widerspruchsvollen Theorien, sowie der damit zusammenh�ngenden endlosen Streitigkeiten, ist die Erkenntnistheorie und die mit ihr historisch wie sachlich innig verwobene Metaphysik. Die Aufgabe der Erkenntnistheorie oder Kritik der