begreifen sollten, um sie dann als Ganzes anzunehmen? Aber vor allem mache ihnen klar, da� es etwas gibt, das heilsamer als jede besondere �berzeugung ist: die Redlichkeit einer �berzeugung, und da� es genauso unmoralisch wie nachteilig ist, die Frage nach den St�tzen einer �berzeugung zu vermeiden, aus Furcht, da� sie sich als faul herausstellen. Wer bekennt, da� es so etwas wie die Wahrheit gibt, die von der Falschheit einfach dadurch unterschieden ist, da� sie uns, wenn man mit klarer �berlegung ihr entsprechend handelt, zu dem Punkt bringen w�rde,37* an den wir wollen, und nicht anderswohin, wer das bekennt und dann, obwohl er davon �berzeugt ist, nicht wagt, die Wahrheit zu erkennen, und sie zu vermeiden sucht, befindet sich wirklich in einem traurigen Geisteszustand. Nat�rlich haben die anderen Methoden ihre Vorz�ge: ein reines logisches Gewissen kostet schon etwas - genau wie jede andere Tugend auch, genau wie alles, was wir lieben, uns teuer zu stehen kommt. Aber wir sollten nicht w�nschen, da� es anders sei. Man sollte den Genius der logischen Methode lieben und verehren als seine Braut, die man der ganzen Welt vorgezogen hat. Man braucht die anderen nicht zu verdammen, im Gegenteil, man kann sie hoch ehren, denn dadurch ehrt man seine Braut um so mehr. Denn sie ist die, die man erw�hlt hat, und man wei�, da� man seine Wahl richtig getroffen hat. Und nun wird man f�r sie arbeiten und k�mpfen und wird sich nicht beklagen, da� man Schl�ge einzustecken hat, in der Hoffnung, ebenso viele und starke selbst austeilen zu k�nnen, und man wird bestrebt sein, ihr trefflicher Ritter und Held zu sein, denn von den Strahlen ihres Glanzes gewinnt man seine Begeisterung und seinen Mut. Ich habe in fr�heren Vorlesungen unterschieden zwischen nat�rlicher, und philosophischer Wissenschaft; die erstere entspringt aus der nat�rlichen, die letzter, aus der philosophischen Geisteshaltung. Nat�rliche Geisteshaltung ist um Erkenntniskritik noch unbek�mmert. In der nat�rlichen Geisteshaltung sind wir anschauend und denkend den Sachen zugewandt, die uns jeweils gegeben sind und selbstverst�ndlich gegeben sind, wenn auch in verschiedener Weise und in verschiedener Seinsart, je nach Erkenntnisquelle und Erkenntnisstufe. In der Wahrnehmung z.B. steht uns selbstverst�ndlich ein Ding vor Augen; es ist da inmitten der anderen Dinge, lebendigen und leblosen, beseelten und unbeseelten, also inmitten einer Welt, die partiell wie die einzelnen Dinge in die Wahrnehmung f�llt, partiell auch im Zusammenhange der Erinnerung gegeben ist und sich von da aus ins Unbestimmte und Unbekannte ausbreitet. Auf diese Welt beziehen sich unsere Urteile. Ober die Dinge, ihre Relationen, ihre Ver�nderungen, ihre funktionellen �nderungsabh�ngigkeiten und �nderungsgesetze machen wir teils singul�re, teils allgemeine