so arbeitet die Wissenschaft unaufhaltsam an jenem gro�en Kolumbarium der Begriffe, der Begr�bnisst�tte der Anschauungen, baut immer neue und h�here Stockwerke, st�tzt, reinigt, erneut die alten Zellen und ist vor allem bem�ht, jenes ins Ungeheure aufget�rmte Fachwerk zu f�llen und die ganze empirische Welt, das hei�t die anthropomorphische Welt, hineinzuordnen. Wenn schon der handelnde Mensch sein Leben an die Vernunft und ihre Begriffe bindet, um nicht fortgeschwemmt zu werden und sich nicht selbst zu verlieren, so baut der Forscher seine H�tte dicht an den Turmbau der Wissenschaft, um an ihm mithelfen zu k�nnen und selbst Schutz unter dem vorhandenen Bollwerk zu finden. Und Schutz braucht er: denn es gibt furchtbare M�chte, die fortw�hrend auf ihn eindringen und die der wissenschaftlichen �Wahrheit� ganz anders geartete �Wahrheiten� mit den verschiedenartigsten Schildzeichen entgegenhalten. Jener Trieb zur Metapherbildung, jener Fundamentaltrieb des Menschen, den man keinen Augenblick wegrechnen kann, weil man damit den Menschen selbst wegrechnen w�rde, ist dadurch, dass aus seinen verfl�chtigten Erzeugnissen, den Begriffen, eine regul�re und starre neue Welt als eine Zwingburg f�r ihn gebaut wird, in Wahrheit nicht bezwungen und kaum geb�ndigt. Er sucht sich ein neues Bereich seines Wirkens und ein anderes Flussbett und findet es im Mythus und �berhaupt in der Kunst. Fortw�hrend verwirrt er die Rubriken und Zellen der Begriffe dadurch, dass er neue �bertragungen, Metaphern, Metonymien hinstellt, fortw�hrend zeigt er die Begierde, die vorhandene Welt des wachen Menschen so bunt unregelm��ig, folgenlos unzusammenh�ngend, reizvoll und ewig neu zu gestalten, wie es die Welt des Traumes ist. An sich ist ja der wache Mensch nur durch das starre und regelm��ige Begriffsgespinst dar�ber im klaren, dass er wache, und kommt eben deshalb mitunter in den Glauben, er tr�ume, wenn jenes Begriffsgespinst einmal durch die Kunst zerrissen wird. Pascal hat recht, wenn er behauptet, dass wir, wenn uns jede Nacht derselbe Traum k�me, davon ebenso besch�ftigt w�rden als von den Dingen, die wir jeden Tag sehen: �Wenn ein Handwerker gewiss w�re, jede Nacht zu tr�umen, volle zw�lf Stunden hindurch, dass er K�nig sei, so glaube ich�, sagt Pascal, �dass er ebenso gl�cklich w�re als ein K�nig, welcher alle N�chte w�hrend zw�lf Stunden tr�umte, er sei Handwerker.� Der wache Tag eines mythisch erregten Volkes, etwa der �lteren Griechen, ist durch das fortw�hrend wirkende Wunder, wie es der Mythus annimmt, in der Tat dem Traume �hnlicher als dem Tag des wissenschaftlich ern�chterten Denkers. Wenn jeder Baum einmal als Nymphe reden oder unter der H�lle eines Stieres ein Gott Jungfrauen wegschleppen kann, wenn die G�ttin Athene selbst pl�tzlich gesehen wird, wie sie mit einem sch�nen Gespann in der Begleitung des Pisistratus durch die M�rkte Athens f�hrt - und das glaubte