, so doch die Gro�mutter eines jeden Begriffs ist. Innerhalb dieses W�rfelspiels der Begriffe hei�t aber �Wahrheit�, jeden W�rfel so zu gebrauchen, wie er bezeichnet ist, genau seine Augen zu z�hlen, richtige Rubriken zu bilden und nie gegen die Kastenordnung und gegen die Reihenfolge der Rangklassen zu versto�en. Wie die R�mer und Etrusker sich den Himmel durch starke mathematische Linien zerschnitten und in einem solcherma�en abgegrenzten Raum als in ein templum, einen Gott bannten, so hat jedes Volk �ber sich einen solchen mathematisch zerteilten Begriffshimmel und versteht nun unter der Forderung der Wahrheit, dass jeder Begriffsgott nur in seiner Sph�re gesucht werde. Man darf hier den Menschen wohl bewundern als ein gewaltiges Baugenie, dem auf beweglichen Fundamenten und gleichsam auf flie�endem Wasser das Auft�rmen eines unendlich komplizierten Begriffsdomes gelingt - freilich, um auf solchen Fundamenten Halt zu finden, muss es ein Bau wie aus Spinnef�den sein, so zart, um von der Welle mit fortgetragen, so fest, um nicht von jedem Winde auseinandergeblasen zu werden. Als Baugenie hebt sich solcherma�en der Mensch weit �ber die Biene: diese baut aus Wachs, das sie aus der Natur zusammenholt, er aus dem weit zarteren Stoff der Begriffe, die er erst aus sich fabrizieren muss. Er ist hier sehr zu bewundern - aber nur nicht wegen seines Triebes zur Wahrheit, zum reinen Erkennen der Dinge. Wenn jemand ein Ding hinter einem Busche versteckt, es ebendort wieder sucht und auch findet, so ist an diesem Suchen und Finden nicht viel zu r�hmen: so aber steht es mit dem Suchen und Finden der �Wahrheit� innerhalb des Vernunft-Bezirkes. Wenn ich die Definition des S�ugetieres mache und dann erkl�re nach Besichtigung eines Kamels: �Siehe, ein S�ugetier�, so wird damit eine Wahrheit zwar ans Licht gebracht, aber sie ist von begrenztem Werte, ich meine, sie ist durch und durch anthropomorphisch und enth�lt keinen einzigen Punkt, der �wahr an sich�, wirklich und allgemeing�ltig, abgesehen von dem Menschen, w�re. Der Forscher nach solchen Wahrheiten sucht im Grunde nur die Metamorphose der Welt in den Menschen, er ringt nach einem Verstehen der Welt als eines menschenartigen Dinges und erk�mpft sich besten Falles das Gef�hl einer Assimilation. �hnlich wie der Astrolog die Sterne im Dienste der Menschen und im Zusammenhange mit ihrem Gl�ck und Leid betrachtete, so betrachtet ein solcher Forscher die ganze Welt als gekn�pft an den Menschen, als den unendlich gebrochenen Wiederklang eines Urklanges, des Menschen, als das vervielf�ltigte Abbild des einen Urbildes, des Menschen. Sein Verfahren ist, den Menschen als Ma� an alle Dinge zu halten: wobei er aber von dem Irrtum ausgeht, zu glauben, er habe diese Dinge unmittelbar, als reine Objekte vor sich. Er vergisst also die originalen Anschauungsmetaphern als Metaphern und nimmt