sondern die schlimmen, feindseligen Folgen gewisser Gattungen von T�uschungen. In einem �hnlichen beschr�nkten Sinne will der Mensch auch nur die Wahrheit: er begehrt die angenehmen, Leben erhaltenden Folgen der Wahrheit, gegen die reine folgenlose Erkenntnis ist er gleichg�ltig, gegen die vielleicht sch�dlichen und zerst�renden Wahrheiten sogar feindlich gestimmt. Und �berdies! wie steht es mit jenen Konventionen der Sprache; Sind sie vielleicht Erzeugnisse der Erkenntnis, des Wahrheitssinnes, decken sich die Bezeichnungen und die Dinge? Ist die Sprache der ad�quate Ausdruck aller Realit�ten? Nur durch die Vergesslichkeit kann der Mensch je dazu kommen zu w�hnen, er besitze eine �Wahrheit� in dem eben bezeichneten Grade. Wenn er sich nicht mit der Wahrheit in der Form der Tautologie, das hei�t mit leeren H�lsen begn�gen will, so wird er ewig Illusionen f�r Wahrheiten einhandeln. Was ist ein Wort? Die Abbildung eines Nervenreizes in Lauten. Von dem Nervenreiz aber weiterzuschlie�en auf eine Ursache au�er uns, ist bereits das Resultat einer falschen und unberechtigten Anwendung des Satzes vom Grunde. Wie d�rften wir, wenn die Wahrheit bei der Genesis der Sprache, der Gesichtspunkt der Gewissheit bei den Bezeichnungen allein entscheidend gewesen w�re, wie d�rften wir doch sagen: der Stein ist hart: als ob uns �hart� noch sonst bekannt w�re, und nicht nur als eine ganz subjektive Reizung! Wir teilen die Dinge nach Geschlechtern ein, wir bezeichnen den Baum als m�nnlich, die Pflanze als weiblich: welche willk�rlichen �bertragungen! Wie weit hinausgeflogen �ber den Kanon der Gewissheit! Wir reden von einer �Schlange�: die Bezeichnung trifft nichts als das Sichwinden, k�nnte also auch dem Wurme zukommen. Welche willk�rlichen Abgrenzungen, welche einseitigen Bevorzugungen bald der, bald jener Eigenschaft eines Dinges! Die verschiedenen Sprachen, nebeneinandergestellt, zeigen, dass es bei den Worten nie auf die Wahrheit, nie auf einen ad�quaten Ausdruck ankommt: denn sonst g�be es nicht so viele Sprachen. Das �Ding an sich� (das w�rde eben die reine folgenlose Wahrheit sein) ist auch dem Sprachbildner ganz unfasslich und ganz und gar nicht erstrebenswert. Er bezeichnet nur die Relationen der Dinge zu den Menschen und nimmt zu deren Ausdruck die k�hnsten Metaphern zu Hilfe. Ein Nervenreiz, zuerst �bertragen in ein Bild! Erste Metapher. Das Bild wird nachgeformt in einem Laut! Zweite Metapher. Und jedesmal vollst�ndiges �berspringen der Sph�re, mitten hinein in eine ganz andre und neue. Man kann sich einen Menschen denken, der ganz taub ist und nie eine Empfindung des Tones und der Musik gehabt hat: wie dieser etwa die chladnischen Klangfiguren im Sande anstaunt, ihre Ursachen im Erzittern des Saite findet und nun darauf schw�ren wird, jetzt m�sse es wissen, was die Menschen den �Ton� nennen, so geht es uns allen mit der Sprache. Wir glauben etwas von