wie unter den Menschen ein ehrlicher und reiner Trieb zur Wahrheit aufkommen konnte. Sie sind tief eingetaucht in Illusionen und Traumbilder, ihr Auge gleitet nur auf der Oberfl�che der Dinge herum und sieht �Formen�, ihre Empfindung f�hrt nirgends in die Wahrheit, sondern begn�gt sich, Reize zu empfangen und gleichsam ein tastendes Spiel auf dem R�cken der Dinge zu spielen. Dazu l�sst sich der Mensch nachts ein Leben hindurch im Traume bel�gen, ohne dass sein moralisches Gef�hl dies je zu verhindern suchte: w�hrend es Menschen geben soll, die durch starken Willen das Schnarchen beseitigt haben. Was wei� der Mensch eigentlich von sich selbst! Ja, verm�chte er auch nur sich einmal vollst�ndig, hingelegt wie in einen erleuchteten Glaskasten, zu perzipieren? Verschweigt die Natur ihm nicht das allermeiste, selbst �ber seinen K�rper, um ihn, abseits von den Windungen der Ged�rme, dem raschen Fluss der Blutstr�me, den verwickelten Fasererzitterungen, in ein stolzes gauklerisches Bewusstsein zu bannen und einzuschlie�en! Sie warf den Schl�ssel weg: und wehe der verh�ngnisvollen Neubegier, die durch eine Spalte einmal aus dem Bewusstseinszimmer heraus und hinab zu sehen verm�chte und die jetzt ahnte, dass auf dem Erbarmungslosen, dem Gierigen, dem Uners�ttlichen, dem M�rderischen der Mensch ruht in der Gleichg�ltigkeit seines Nichtwissens und gleichsam auf dem R�cken eines Tigers in Tr�umen h�ngend. Woher, in aller Welt, bei dieser Konstellation der Trieb zur Wahrheit! Soweit das Individuum sich gegen�ber andern Individuen erhalten will, benutzt es in einem nat�rlichen Zustand der Dinge den Intellekt zumeist nur zur Verstellung: weil aber der Mensch zugleich aus Not und Langeweile gesellschaftlich und herdenweise existieren will, braucht er einen Friedensschluss und trachtet danach, dass wenigstens das allergr��te bellum omnium contra omnes aus seiner Welt verschwinde. Dieser Friedensschluss bringt etwas mit sich, was wie der erste Schritt zur Erlangung jenes r�tselhaften Wahrheitstriebes aussieht. Jetzt wird n�mlich das fixiert, was von nun an �Wahrheit� sein soll, das hei�t, es wird eine gleichm��ig g�ltige und verbindliche Bezeichnung der Dinge erfunden, und die Gesetzgebung der Sprache gibt auch die ersten Gesetze der Wahrheit: denn es entsteht hier zum ersten Male der Kontrast von Wahrheit und L�ge. Der L�gner gebraucht die g�ltigen Bezeichnungen, die Worte, um das Unwirkliche als wirklich er, scheinen zu machen; er sagt zum Beispiel: �Ich bin reich�, w�hrend f�r seinen Zustand gerade �arm� die richtige Bezeichnung w�re. Er missbraucht die festen Konventionen durch beliebige Vertauschungen oder gar Umkehrungen der Namen. Wenn er dies in eigenn�tziger und �brigens Schaden bringender Weise tut, so wird ihm die Gesellschaft nicht mehr trauen und ihn dadurch von sich ausschlie�en. Die Menschen fliehen dabei das Betrogenwerden nicht so sehr als das Besch�digtwerden durch Betrug: sie hassen, auch auf dieser Stufe, im Grunde nicht die T�uschung,