und undeutlich sind, kann das Gegentheil des Axioms Zu- stimmung erlangen, obgleich es nicht deutlich begrif- fen werden kann. Es kann |Zustimmung erlangen, nicht weil es m�glich ist, sondern weil wir nicht klar sehen, was m�glich ist. F�r jemand der erst anf�ngt geometrisch zu denken, erscheint vielleicht die Be- hauptung, dass zwei Linien einen Raum einschliessen k�nnen, nicht absurd; und in gleicher Weise mag es einem der erst beginnt �ber mechanische Wahrheiten an denken, nicht absurd vorkommen, dass in mechani- schen Vorg�ngen die R�ckwirkung gr�sser oder klei- ner sein kann, als die Wirkung, und ebenso mag es einem, der nicht anhaltend �ber die Materie nachge- dacht hat, vielleicht nicht unbegreiflich erscheinen, dass wir durch chemische Operationen neue Materie erzeugen, oder bereits existirende vernichten k�n- nen�.67 Nothwendige Wahrheiten sind daher nicht diejenigen, von denen wir das Gegentheil nicht be- greifen k�nnen, sondern �diejenigen, von denen wir es nicht deutlich begreifen k�nnen�.68 So lange unse- re Ideen g�nzlich undeutlich sind, wissen wir nicht, was deutlich begriffen werden kann oder nicht, aber die stets zunehmende Deutlichkeit in dem Verst�nd- niss womit wissenschaftliche M�nner die allgemeinen Conceptionen der Wissenschaft erfassen, l�sst sie mit der Zeit wahrnehmen, dass es gewisse Naturgesetze giebt, von denen wir, wenn wir sie auch historisch und thats�chlich durch die Erfahrung kennen gelernt haben, nun da wir sie kennen, nicht deutlich begreifen k�nnen, dass sie anders sein k�nnen als sie sind. Ich m�chte eine etwas andere Erkl�rung von die- sem Fortschreiten des wissenschaftlichen Geistes geben. Nachdem ein allgemeines Naturgesetz festge- stellt worden ist erlangt der menschliche Geist nicht sogleich eine vollst�ndige Leichtigkeit, sich die Na- turerscheinungen in dem Charakter vorzustellen, den ihnen jenes Gesetz anweist. Die die wissenschaftliche Geistesrichtung ausmachende Gewohnheit, sich That- sachen in Uebereinstimmung mit den sie regulirenden Gesetzen, sich Ph�nomene aller Art nach den Bezie- hungen, welche als wirklich zwischen ihnen existirend nachgewiesen worden sind, vorzustellen, diese Ge- wohnheit kommt bei neu entdeckten Relationen nur allm�lig. So lange sie sich noch nicht g�nzlich gebil- det hat, wird der neuen Wahrheit kein nothwendiger Charakter zugeschrieben. Aber mit der Zeit gelangt| der Philosoph zu einem Geisteszustand, in welchem ihm sein geistiges Bild von der Natur spontan alle Er- scheinungen, womit die neue Theorie zu schaffen hat, genau in dem Lichte wie sie die Theorie betrachtet darstellt, indem alle Bilder oder Vorstellungen, die von einer andern Theorie, oder von der einer jeden Theorie vorausgehenden verworrenen Pr�fung der Thatsachen abgeleitet wurden, aus seinem Geiste ganz verschwunden sind. Die der Theorie entsprin- gende Darstellungsweise der Thatsachen ist nun f�r seine geistigen F�higkeiten die einzige nat�rliche Vorstellungsweise geworden