Sie ist in Wahrheit eine Sache des Zufalls, und h�ngt von der vergangenen Geschichte und den Gewohnheiten unse- res eigenen Geistes ab. Es giebt keine allgemeiner an- erkannte Thatsache in der menschlichen Natur, als die �usserste, im Anfang empfundene Schwierigkeit, sich Etwas als m�glich vorzustellen, was im Widerspr�che mit einer langen und gewohnten Erfahrung, oder sogar mit alten Denkgewohnheiten ist. Diese Schwie- rigkeit ist ein nothwendiges Resultat der Grundgeset- ze des menschlichen Geistes. Wenn wir zwei Dinge oft zusammen gesehen und gedacht, und sie niemals in irgend einem Falle getrennt gesehen oder gedacht haben, so besteht nach dem prim�ren Gesetze der Ide- enassociation eine zunehmende und zuletzt unbesieg- bare Schwierigkeit, die zwei Dinge getrennt zu den- ken. Dies ist am sichtlichsten bei ungebildeten Perso- nen, die im allgemeinen g�nzlich unf�hig sind, zwei Ideen zu trennen, die sich in ihrem Geiste einmal fest associirt haben, und wenn der gebildete Geist in die- ser Beziehung etwas voraus hat, so ist es nur, weil er � da er mehr gesehen, geh�rt und gelesen hat, und mehr daran gew�hnt ist, seine Phantasie zu �ben � Sensationen und Gedanken in mannigfaltigeren Com- binationen erfahren hat, und verhindert worden ist, viele von diesen unzertrennlichen Associationen zu bilden. Aber dieser Vortheil hat nothwendig seine Grenzen. Der Mensch, welcher den ge�btesten Ver- stand besitzt, macht keine Ausnahme von den univer- sellen Gesetzen unserer geistigen F�higkeiten. Wenn ihm die t�gliche Erfahrung eine lange Zeit hindurch zwei Thatsachen in Verbindung mit einander bietet, und wenn er w�hrend dieser Zeit weder durch Zufall noch Absicht dazu gebracht wird, sie getrennt zu den- ken, so wird er mit der Zeit unf�hig werden, dies auch bei der gr�ssten Anstrengung zu thun; und die Annah- me, dass die zwei Thatsachen in der Natur getrennt werden k�nnen, wird sich zuletzt seinem Geiste mit allen Charakteren eines unbegreiflichen Ph�nomens darbieten.62 Hiervon giebt es in der Geschichte der Wissenschaft |merkw�rdige Beispiele; F�lle, in denen die weisesten M�nner Dinge als unm�glich, weil un- begreiflich, verwarfen, welche ihre Nachkommen durch fr�hzeitigere Uebung und bei gr�sserer Beharr- lichkeit ganz leicht begreiflich fanden, und deren Wahrheit jetzt Jedermann bekannt ist. Es gab eine Zeit, wo die gebildetsten und vorurtheilsfreiesten Menschen nicht an die Existenz von Antipoden glau- ben konnten, wo sie der alten Ideenassociation entge- gen nicht begreifen konnten, dass eine Schwerkraft aufw�rts anstatt abw�rts wirkt. Die Anh�nger Des- cartes' verwarfen lange Newton's Lehre von der ge- genseitigen Gravitation aller K�rper auf Grund eines Satzes, dessen Gegentheil ihnen unbegreiflich schien � des Sitzes, dass ein K�rper da nicht wirken kann, wo er nicht ist. Die