diesem Punkte darbieten m�ssen, ein Bild, auf dessen Aehnlichkeit mit der Wirklichkeit wir uns ver- lassen k�nnen. Ob wir nun unsere Contemplation auf dieses Bild richten, oder dem Geiste die Generalisa- tionen aus der Beobachtung zur�ckrufen, welche wir fr�her zu machen Gelegenheit hatten, so lernen wir durch den Beweis aus der Erfahrung, dass, wenn eine Linie, nachdem sie von einer andern geraden Linie di- vergirte, anf�ngt sich dieser wieder zu n�hern, dies den Eindruck auf unsere Sinne hervorruft, welche wir mit dem Ausdrucke �eine gebogene Linie� und nicht mit dem Ausdrucke �eine gerade Linie� beschrei- ben.60 |�. 6. Nachdem das erste der zwei Argumente, wel- che der Lehre, Axiome seien aprioristische Wahrhei- ten, zur St�tze dienen, |hinreichend beantwortet wor- den ist, wollen wir nun zu dem zweiten �bergehen, auf das man gew�hnlich am meisten Vertrauen setzt. Wir halten die Axiome (so wird behauptet) nicht al- lein f�r wahr, sondern auch f�r universell und noth- wendig wahr. Nun kann die Erfahrung einem Urtheil unm�glich diesen Charakter verleihen. Ich kann tau- sendmal Schnee gesehen und bemerkt haben, dass er weiss ist; dies kann mir aber keine v�llige Gewissheit geben, dass aller Schnee weiss ist, und noch viel we- niger, dass Schnee weiss sein muss. �Wie viele Bei- spiele von der Wahrheit eines Urtheils wir auch beob- achtet haben m�gen, so kann uns doch nichts dagegen sichern, dass nicht der n�chste Fall eine Ausnahme von der Regel sein wird. Wenn es auch streng wahr ist, dass ein jedes bis jetzt bekannte widerk�uende Thier gespaltene Hufe hat, so kann uns doch nichts Gewissheit geben, dass nicht ein Wesen entdeckt werde, welches das erste dieser Attribute hat, ohne das zweite zu besitzen.....Die Erfahrung wird immer nur aus einer beschr�nkten Anzahl von Beobachtun- gen bestehen; wie zahlreich aber auch die F�lle sein m�gen, so k�nnen sie in Betreff der unendlichen An- zahl von F�llen, in denen dies Experiment nicht ge- macht wurde, nichts beweisen.� Axiome sind ferner nicht nur universell, sondern auch nothwendig wahr. Nun kann die Erfahrung nicht den geringsten Grund f�r die Nothwendigkeit eines Urtheils darbieten. Sie kann beobachten und sich erinnern, was geschehen ist; aber sie kann in keinem Falle einen Grund bieten f�r das, was geschehen muss. Sie kann die Gegen- st�nde nebeneinander, nicht aber einen Grund sehen, warum sie immer nebeneinander sein m�ssen. Sie fin- det, dass gewisse Ereignisse aufeinander folgen, aber das Aufeinanderfolgen giebt keinen Grund f�r deren Wiedereintreten. Sie betrachtet die �usseren Gegen- st�nde: aber sie kann kein inneres Band entdecken,