dass sie deshalb den Charakter von experimentellen Wissenschaften abwerfen k�nnten. So wird in Beziehung auf die zwei angef�hrten, unzu- sammenh�ngenden S�tze, die S�uren r�then blaue Pflanzenstoffe, Alkalien f�rben sie gr�n, von Liebig bemerkt, dass alle durch S�uren ger�theten blauen Farbstoffe (so wie auch umgekehrt alle rothen Farb- stoffe, welche durch Alkalien gebl�ut werden) Stick- stoff enthalten, und es ist sehr m�glich, dass dieser Umstand einst das verkn�pfende Band zwischen den zwei fraglichen S�tzen abgeben wird, indem er zeigt, dass die antagonistische Wirkung von S�uren und Al- kalien in der Erzeugung und Zerst�rung der blauen Farbe das Resultat eines allgemeineren Naturgesetzes ist. Obgleich diese Verkn�pfung getrennter Generali- sationen ein Gewinn ist, so strebt |sie doch nur wenig, dem Ganzen einer Wissenschaft einen deductiven Charakter zu verleihen, weil die neuen Reihen von Beobachtungen und Experimenten, die uns einige all- gemeinen Wahrheiten zu verkn�pfen erlauben, uns gew�hnlich mit einer noch gr�sseren Anzahl von un- zusammenh�ngenden neuen Reihen bekannt machen. Daher ist die Chemie, obgleich �hnliche Erweiterun- gen und Vereinfachungen ihrer Generalisationen fort- w�hrend stattfinden, in der Hauptsache noch eine ex- perimentelle Wissenschaft, und wird es wahrschein- lich bleiben, bis man zu einer umfassenden Induction gelangt, welche �hnlich der Newton's eine grosse An- zahl von bekannten kleineren Inductionen verkn�pfen und die ganze Methode der Wissenschaft auf einmal ver�ndern wird. Die Chemie ist bereits im Besitz einer grossen Generalisation, welche innerhalb ihrer beschr�nkten Sph�re diesen umfassenden Charakter besitzt, obgleich sie sich auf eine untergeordnete Seite der chemischen Erscheinungen bezieht; es ist dies der, die atomistische Theorie oder die Lehre von den che- mischen Aequivalenten genannte Grundsatz von Dal- ton, der uns vor der Anstellung des Experiments bis zu einer gewissen Weite erlaubt, die Verh�ltnisse, in denen sich zwei Substanzen verbinden werden, vor- auszusehen, und der so zu einer Quelle neuer, deduc- tiv erreichbarer chemischer Wahrheiten, und zu einem verbindenden Princip f�r alle vorher durch das Expe- riment erhaltenen Wahrheiten von derselben Art wird. �. 7. Die Entdeckungen, welche die experimentelle Methode einer Wissenschaft in eine Deductive ver- wandeln, bestehen meistentheils darin, dass entweder durch Deduction oder direct durch das Experiment festgestellt wird, dass die Variet�ten eines besonderen Ph�nomens die Variet�ten eines anderen besser be- kannten Ph�nomens gleichf�rmig begleiten. So wurde die bis dahin auf der untersten Stufe der experimentel- len Wissenschaften stehende Lehre vom Schall zu einer deductiven Wissenschaft, als durch das Experi- ment bewiesen wurde, dass eine jede Art Schall ab- h�ngig und daher ein Merkmal ist von einer bestimm- ten und bestimmbaren Art einer schwingenden Bewe- gung in den Theilchen des fortpflanzenden Mittels. Nachdem dies festgestellt war, so