niemals etwas bewiesen worden ist oder werden konnte, was nicht schon vorher bekannt oder als bekannt angenommen war. Ist dann aber der Syllogismus nicht ein Folgern? Und hat der Syllogismus, f�r den man das Wort Schliessen als besonders angemessen hielt, wirklich gar keinen Anspruch auf diese Benennung? Dies scheint eine unvermeidliche Folge der von allen Auto- ren zugestandenen Lehre zu sein, ein Syllogismus k�nne nichts beweisen, was nicht schon in den Pr�- missen enthalten ist. Demnach aber hielt dieses so klare Bekenntniss eine Anzahl von Schriftstellern nicht ab, den Syllogismus immer noch darzustellen, als w�re er die richtige Analyse von dem, was der Geist bei dem Entdecken und Beweisen der gr�ssern H�lfte der von uns geglaubten wissenschaftlichen oder allt�glichen Wahrheiten wirklich verrichtet; w�h- rend diejenigen, welche diese Inconsequenz vermie- den und den allgemeinen |Lehrsatz bez�glich des logi- schen Werthes des Syllogismus bis zu seinem recht- m�ssigen Folgesatz durchgef�hrt haben, sich verleiten liessen, auf Grund der petitio principii, die nach ihnen einem jeden Syllogismus inwohnt, der syllogi- stischen Theorie selbst Nutzlosigkeit und Frivolit�t vorzuwerfen. Da ich beide Meinungen f�r fundamen- tal irrig halte, so muss ich die Aufmerksamkeit des Lesers f�r gewisse Betrachtungen beanspruchen, ohne die mir eine richtige W�rdigung des wahren Charak- ters des Syllogismus, und der Functionen, welche er in der Philosophie erf�llt, unm�glich erscheint; die aber sowohl von den Anh�ngern, als von den Gegnern der syllogistischen Lehre, entweder �bersehen, oder nicht genau beachtet worden zu sein scheinen. �. 2. Es muss zugegeben werden, dass, als ein Ar- gument betrachtet, das den Schluss beweisen soll, in einem jeden Syllogismus petitio principii liegt. Wenn wir sagen: Alle Menschen sind sterblich, Sokrates ist ein Mensch, daher Ist Sokrates sterblich; so bestehen die Gegner der syllogistischen Lehre auf der unwiderlegbaren Behauptung, dass das Urtheil, Sokrates ist sterblich, in der allgemeineren Annahme, Alle Menschen sind sterblich, schon vorausgesetzt liegt; dass wir nicht von der Sterblichkeit aller Men- schen �berzeugt sein k�nnen, wenn wir nicht schon der Sterblichkeit aller individueller Menschen gewiss sind; das wenn es noch zweifelhaft ist, ob Sokrates oder irgend ein anderes genanntes Individuum sterb- lich ist oder nicht, derselbe Grad von Ungewissheit der ganzen Behauptung, Alle Menschen sind sterb- lich, eigen ist; dass der allgemeine Grundsatz, anstatt als Beweis f�r den besondern Fall zu dienen, nicht eher f�r unbedingt wahr gehalten werden kann, bis ein jeder Schatten eines Zweifels bez�glich eines jeden in ihm enthaltenen Falles durch einen Beweis aliunde beseitigt worden ist; und was bleibt dann dem Syllo- gismus zu beweisen �brig? Kurz, dass das Schliessen vom Allgemeinen aufs Besondere als solches nichts beweisen kann,