sie sich zwar mit Gegenst�nden und Erkenntnissen blo� so weit, als sich solche in der Anschauung darstellen lassen. Aber dieser Umstand wird leicht �bersehen, weil gedachte Anschauung selbst a priori gegeben werden kann, mithin von einem blo�en reinen Begriff kaum unterschieden wird. Durch einen solchen Beweis von der Macht der Vernunft eingenommen, sieht der Trieb zur Erweiterung keine Grenzen. Die leichte Taube, indem sie im freien Fluge die Luft teilt, deren Widerstand sie f�hlt, k�nnte die Vorstellung fassen, dass es ihr im luftleeren Raum noch viel besser gelingen werde. Eben so verlie� Plato die Sinnenwelt, weil sie dem Verstande so enge Schranken setzt, und wagte sich jenseits derselben, auf den Fl�geln der Ideen, in den leeren Raum des reinen Verstandes. Er bemerkte nicht, dass er durch seine Bem�hungen keinen Weg gew�nne, denn er hatte keinen Widerhalt, gleichsam zur Unterlage, worauf er sich steifen, und woran er seine Kr�fte anwenden konnte, um den Verstand von der Stelle zu bringen. Es ist aber ein gew�hnliches Schicksal der menschlichen Vernunft in der Spekulation, ihr Geb�ude so fr�h, wie m�glich, fertig zu machen, und hintennach allererst zu untersuchen, ob auch der Grund dazu gut gelegt sei. Alsdenn aber werden allerlei Besch�nigungen herbeigesucht, um uns wegen dessen T�chtigkeit zu tr�sten, oder auch eine solche sp�te und gef�hrliche Pr�fung lieber gar abzuweisen. Was uns aber w�hrend dem Bauen von aller Besorgnis und Verdacht frei h�lt, und mit scheinbarer Gr�ndlichkeit schmeichelt, ist dieses. Ein gro�er Teil, und vielleicht der gr��te, von dem Gesch�fte unserer Vernunft besteht in Zergliederungen der Begriffe, die wir schon von Gegenst�nden haben. Dieses liefert uns eine Menge von Erkenntnissen, die, ob sie gleich nichts weiter als Aufkl�rungen oder Erl�uterungen desjenigen sind, was in unsern Begriffen (wiewohl noch auf verworrene Art) schon gedacht worden, doch wenigstens der Form nach neuen Einsichten gleich gesch�tzt werden, wiewohl sie der Materie, oder dem Inhalte nach die Begriffe, die wir haben, nicht erweitern, sondern nur aus einander setzen. Da dieses Verfahren nun eine wirkliche Erkenntnis a priori gibt, die einen sichern und n�tzlichen Fortgang hat, so erschleicht die Vernunft, ohne es selbst zu merken, unter dieser Vorspiegelung Behauptungen von ganz anderer Art, wo die Vernunft zu gegebenen Begriffen ganz fremde und zwar a priori hinzu tut, ohne dass man wei�, wie sie dazu gelange, und ohne sich eine solche Frage auch nur in die Gedanken kommen zu lassen. Ich will daher gleich anfangs von dem Unterschiede dieser zwiefachen Erkenntnisart handeln. In allen Urteilen, worinnen das Verh�ltnis eines Subjekts zum Pr�dikat gedacht wird (wenn ich nur die bejahende erw�ge, denn auf die verneinende ist nachher die Anwendung leicht), ist dieses Verh�ltnis auf