sie nur aus dem unbestimmten Sinn der Worte, welche durch richtige Definitionen verbessert werden k�nnen. Den Satz, dass das Quadrat der Hypotenuse gleich ist den Quadraten der beiden anderen Seiten, kann man selbst bei dem genauesten Verst�ndnis der Worte, ohne eine Reihe von Gr�nden und Betrachtungen, nicht einsehen; aber zum Beweis des Satzes, dass, wo kein Eigentum ist, es auch keine Ungerechtigkeit gibt, gen�gt die Definition der Worte und die Erkl�rung, dass Ungerechtigkeit in der Verletzung des Eigentums bestehe. Ein solcher Satz ist eigentlich nur eine unvollkommene Definition. Ebenso verh�lt es sich mit den sogenannten Schl�ssen und Beweisen in allen Gebieten des Wissens, mit Ausnahme der Gr��en- und Zahlen-Lehre, welche meines Erachtens getrost als die alleinigen Gegenst�nde der Erkenntnis und des strengen Beweisens aufgestellt werden k�nnen. Alle anderen Untersuchungen beziehen sich nur auf Tatsachen und Dasein, welche offenbar nicht strenge bewiesen werden k�nnen. Was ist, kann auch nicht sein. Die Verneinung einer Tatsache enth�lt keinen Widerspruch. Das Nichtsein von Etwas ist ohne Ausnahme eine ebenso bestimmte und deutliche Vorstellung als das Dasein desselben. Der Satz, welcher aussagt, dass es nicht ist, mag falsch sein, aber er ist ebenso begreiflich und verst�ndlich wie der, welcher das Sein aussagt. Anders verh�lt es sich mit den eigentlichen Wissenschaften. Da ist jeder unwahre Satz auch verworren und unverst�ndlich. Dass die Kubikwurzel von 64 gleich ist der H�lfte von 10, ist ein falscher Satz und kann nicht deutlich vorgestellt werden. Aber dass C�sar oder der Engel Gabriel oder sonst ein Wesen niemals existiert haben, mag falsch sein, aber bleibt immer vollkommen begreiflich und enth�lt keinen Widerspruch. Das Dasein eines Dinges kann daher nur durch Gr�nde bewiesen werden, welche von seiner Ursache oder Wirkung entnommen sind, und diese Gr�nde st�tzen sich lediglich auf Erfahrung. Beginnt man die Untersuchung a priori, so scheint jedes Ding f�hig, jedes andere Ding hervorzubringen; der Fall eines Steines kann dann die Sonne verl�schen, oder eines Menschen Wunsch den Lauf der Planeten ver�ndern. Nur die Erfahrung lehrt uns die Natur und Grenzen von Ursache und Wirkung; nur sie bef�higt uns, von dem Dasein des einen Dinges auf das andere zu schliessen.A15 So verh�lt es sich mit der Grundlage der moralischen Gewissheit, welche den gr��ten Teil des menschlichen Wissens bildet und die Quelle alles menschlichen Handelns und Benehmens ist. Solche Untersuchungen betreffen entweder besondere oder allgemeine Tatsachen. Zu den ersten geh�ren alle �berlegungen im Leben und alle Untersuchungen der Geschichte, Chronologie, Geographie und Astronomie. Die Wissenschaften, welche allgemeine Tatsachen behandeln, sind die Politik, die Natur-Philosophie, die Physik, die Chemie usw., wo die Eigenschaften, Ursachen und Wirkungen von einer ganzen Gattung von Gegenst�nden untersucht werden. Die