gewisser Grad von Vorsicht, Zweifel und Bescheidenheit bei allen Arten von Untersuchungen und Entscheidungen den wahren Forscher nie verlassen. Eine fernere, dem Menschen n�tzliche Beschr�nkung des Skeptizismus geht aus den Pyrrhonianischen Zweifeln und Bedenken dann hervor, wenn man seine Untersuchungen nur auf Dinge richtet, die zu den schwachen F�higkeiten des menschlichen Verstandes sich am besten eignen. Die Phantasie des Menschen treibt von Natur nach Oben; sie freut sich an dem Entfernten und Au�erordentlichen und st�rzt sich ohne Vorsicht in die fernsten Orte nach Raum und Zeit, um den gewohnten und allbekannten Gegenst�nden zu entgehen. Ein gesunder Verstand w�hlt den entgegengesetzten Weg, vermeidet alle weitgehenden und tiefen Untersuchungen und beschr�nkt sich auf das gew�hnliche Leben und auf solche Dinge, die zur t�glichen �bung und Erfahrung geh�ren. Er �berl�sst jene erhabeneren Gebiete den Dichtern und Rednern, die sie ausschm�cken m�gen, oder den K�nsten der Priester und Politiker. Nichts hilft mehr zu solchem heilsamen Entschluss, als die feste �berzeugung von der Gewalt Pyrrhonianischer Zweifel, und dass nur die Kraft des nat�rlichen Instinkts davon befreien kann. Wer zur Philosophie neigt, wird trotzdem seine Untersuchungen fortsetzen; denn neben dem Vergn�gen an solchen Besch�ftigungen wei� er, dass philosophische S�tze nur die geregelten und berichtigten Betrachtungen �ber das gew�hnliche Leben sind; aber er wird nie in die Versuchung kommen, dar�ber hinauszugehen, sobald er die Unvollkommenheit der dazu dienlichen Verm�gen, ihren engen Bereich und ihre ungenauen Wirkungen erw�gt. Wir k�nnen keinen gen�genden Grund daf�r angeben, weshalb wir nach tausend Proben glauben, dass der Stein fallen und das Feuer brennen wird; wie k�nnen wir daher hoffen, irgend eine zufriedenstellende Erkenntnis �ber den Ursprung der Welt und den Zustand der Natur von Anfang bis in alle Ewigkeit zu erreichen? Diese enge Schranke f�r unsere Untersuchungen ist in jeder Beziehung so klar, dass schon die oberfl�chlichste Untersuchung der nat�rlichen Kr�fte der Seele und ihre Vergleichung mit den Gegenst�nden gen�gt, sie uns zu empfehlen. Dann wird man erst die wahren und geeigneten Gegenst�nde der Wissenschaft und Untersuchung auffinden. Die einzigen Gegenst�nde der Vernunftwissenschaft oder der strengen Beweise scheinen die Gr��e und die Zahl zu sein; alle Versuche, diese vollkommene Weise der Erkenntnis �ber diese Grenze auszudehnen, wird zur reinen Spitzfindigkeit und T�uschung. Da die Teile, aus welchen die Gr��e und die Zahl sich zusammensetzen, einander ganz �hnlich sind, so werden ihre Beziehungen mannichfach und verwickelt, und nichts ist unterhaltender und n�tzlicher, als durch verschiedene Mittel ihre Gleichheit und Ungleichheit in ihren verschiedenen Erscheinungen zu verfolgen. Alle anderen Begriffe sind dagegen von einander unterschieden und scharf getrennt; man kommt deshalb hier selbst bei der genauesten Nachforschung nicht weiter, als zur Erkenntnis dieses Unterschieds und zu dem selbstverst�ndlichen Satze, dass das eine Ding nicht das andere sei. Zeigen sich hier noch Schwierigkeiten, so entspringen