Umstehenden immer zu: »Kind sei klug! gehe nicht weiter vorwärts, der Klemens wird Dir plötzlich einen Streich spielen und Dir die Schuld geben, dass er Dich nicht mehr ausstehen könne.« Da wurde das Kind verwirrt und ungeschickt, es wusste nicht recht, wie man klug sei, und schwankte hin und her, darf man ihm das so übelnehmen? - Aber eigensinnig ist das Kind nicht. Wenn es im Hause freundlich und gut aufgenommen wird, kehrt es sicher lieber um, als dass es länger auf der Straße verweile. So kannst Du dem Klemens über mich berichten, auch dass seine Scherze über meine Art zu schreiben und die ungefügen Worte, die ich gebrauche, mich nicht verdrießen, ich muss mich bei dieser Stelle seines Briefs immer auslachen und werde das Wort Ratschläge gar nicht mehr gebrauchen können, überdem erinnert es mich auch noch an Purzelbäume. - Ich kenne wenig Menschen und vielleicht niemand ganz genau, denn ich bin sehr ungeschickt, andre zu beobachten. - Wenn ich daher einen Moment verstehe in ihm, so kann ich von diesem nicht auf alle übrigen schließen. Es mag wohl sehr wenige Menschen geben, die dies können, und ich wohl mit am wenigsten. Jetzt denke ich, es sei gut, den Klemens zu betrachten, und erfreulich; und er will, man solle ihn nur betrachten wollen. Ist diese Ansicht wahr oder falsch? Karoline Ich lese Deinen Brief und den meinen und erkenne, wie verschieden unsre Stimmungen sind, aber ich fürchte nicht, dass Du an mir zweifelst, oder mein Übergehen unrichtig auslegest; was soll man dazusetzen oder einfallen wollen, wo sich etwas frei und wahr ergibt wie Deine Mitteilungen, aber das, was Du übergehst, das muss ich berühren. Du kommst mir vor wie ein Eroberer, der alle Waffen verschmäht aus Heldenmut, der alles verachtet, was ihn schützen, verteidigen könnte, und jede Waffe, die er zum Erobern bedarf; ja, ich glaub, das Hemd möchtest Du abwerfen. Doch sind Wissen, Begreifen, Lernen nicht allein die Armaturen des Geistes, sie sind vielmehr seine Glieder, mit denen er sich wehrt, und sich aneignet, was seinem Genie zukommt. Bedenk's alles und neige meinen Lehren ein herablassend Gehör. - Deine Beichte hab ich mit Sanktion angehört und erteile Dir Absolution und verspreche Dir, auch Dich zu begleiten, wenn Du deinen Erzeuger aufsuchst. Ich werde wohl nicht die erste Rolle übernehmen müssen bei dieser Überraschung langgehegten Begehrens. - Schreibe mir ein bisschen ordentlich über das Chaos Deiner Verwirrungen. An die Günderode Die Frankfurter haben mir geschrieben und haben mich schon ausgepelzt mit allerlei verwunderlichen Prophezeiungen. - Erstens: ich soll mir häusliche Tugenden angewöhnen. Zweitens: