HERR v. G. Koncedo. VATER. Ergebenster Diener. HERR v. G. Ich kann ja über jedes einzelne Ding poetisch oder schön denken, ich meine, es von der Spreu reinigen, es sichten wie den Weizen, und das muss auch in der Summe angehen. - Ich kann mir vorstellen, wenn der liebe Gott dem Blitz und Donner keine Macht und Gewalt beigelegt, und Blitz und Donner bloß Gottes Feuerwerk wäre, dass ich's mit Wonne sehen würde, über die nichts ist. Ich liebe Blitz und Knall. VATER. Ergebenster Diener. Also kann Welt über Welt gedacht werden. HERR v. G. Aber gelt! Ein Gedanke, wie aus der Pistole. Können nicht zwei gleich gut sein? So wäre nicht die beste, nur eine gleich gute da. - Können sie nicht al pari sein, wie die Kaufleute reden? VATER. Das will sagen, eine so vollkommen als die andere. HERR v. G. Vollkommen! der Henker, Herr Pastor, nein, das will was anders sagen, wenn ich nicht irre. Ich bin nicht so roh, als mir das Haar auf die Stirn gewachsen, ich hab's gehegt; was soll mir eine höhere Stirn, als der liebe Gott wollte? Ich denke aber, vollkommen ist, wenn alles auf eins herausläuft, wenn viele Mannigfaltigkeiten unter Eine Regel sich wenden, diese mag sein, welche sie will, Peter oder Paul. Es ist mir so als ein monarchischer Staat: dass sich Gott erbarm; alles zu Einem. Ein Dieb ist, mit der Herren Philosophen Erlaubnis, vollkommen; ein Betrug ist mit der Herren Philosophen Bewilligung vollkommen. Es hat mir nie, unter uns gesagt, von den guten Herren gefallen, dass sie so was vollkommen heißen, indessen ist dem nicht also, Herr Pastor? VATER. Im respektiven, nicht aber im absoluten Verstande. In diesem letzten Sinne stimmen die Philosophen mit Ihnen. Sie nennen etwas nur vollkommen, in sofern das Mannigfaltige den Grund einer Realität in sich enthält. Je größer diese, je größer die Vollkommenheit. Wie wollen Sie aber Realität von Realität als Realität unterscheiden? HERR v. G. Wie ich alles unterscheide, durch zehn Dinge, die in jener nicht sind, und in dieser sind. VATER. Schon ein Ding würde den Unterschied machen. HERR v. G. Ganz recht. VATER. In einer Realität setzen Sie Etwas. HERR v. G. Eine Realität ist eine Eins, das Gegenteil eine Null. VATER. Wenn Sie also zwei Welten von einander unterscheiden wollten, müssten Sie in einer etwas annehmen, was in der andern nicht wäre. In dieser wär' eine Null