Flügel von ausgezeichnetem Ton eine Staffelei zum Malen und zwei Globen Ich fand meine Schülerin ziemlich gelehrig wenn auch wenig zum Lernen geneigt sie war nicht an regelmäßige Beschäftigung irgend welcher Art gewöhnt Ich fühlte daß es unvernünftig sein würde sie gleich zuerst zu sehr anzustrengen deshalb erlaubte ich ihr gegen Mittag zu ihrer Wärterin zurüczukehren nachdem ich ihr viel erzählt und erreicht hatte daß sie ein klein wenig behielt Ich versprach ihr in der übrigen Zeit einige kleine Zeichenvorschriften für ihren Gebrauch anzufertigen Als ich die Treppe hinauf ging um meine Mappe und meine Bleistifte zu holen rief mir Mrs Fairfax zu Ihr Vormittagsunterricht ist doch gewiß jetzt beendigt Sie war in einem Zimmer dessen Flügelthüren weit offen standen Ich ging zu ihr hinein als sie mich anredete Das Zimmer war groß und elegant mit purpurroten Polstermöbeln und eben solchen Gardinen einem türkischen Teppich Nußbaumpanelen an den Wänden einem großen gemalten Fensier und einer hohen schön gewölbten Decke Mrs Fairfax war beschäftigt einige Vasen von schönem roten Marmor abzustauben welche auf einem Seitentiscchen standen Welch wundervolles Zimmer rief ich aus denn ich hatte in meinem Leben keines gesehen das nur halb so stattlich aussah Ja Es ist das Eßzimmer Ich habe das Fenster ein wenig aufgemacht um Luft und Sonnenschein herein zu lassen denn in Zimmern die selten bewohnt werden wird es leicht so dumpfig Das Gesellschaftszimmer drüben kommt mir wie ein Keller vor Sie zeigte auf ein großes Bogenfenster gegenüber welches ebenfalls rote jetzt aufgezogene Vorhänge hatke Ich konnte einen Blick in das Zimmer werfen das meinem unverwöhnten Auge feenhaft schön erschien Es war wirklich ein wundervolles Gesellschaftszimmer mit anstoßendem Boudoir in beiden lagen weiße mit glänzenden Blumen bestreute Teppiche beide Zimmer hatten weiße gewölbte Decken deren Stuckverzierungen aus Weinblättern und Trauben bestanden gegen welche die scharlachroten Ottomanen und Polsterstühle prächtig abstachen die Schmuckstücke auf dem Kaminsims von weißem parischem Marmor waren von Rubinglas und mächtige Spiegel zwischen den Fenstern strahlten diesen schneeigen und feurigen Glanz noch einmal zurück Wie schön Sie diese Zimmer halten Mrs Fairfax sagte ich Da ist keine Spinnwebe kein Stäubchen zu sehen Wenn nicht die Luft darin so eisig wäre könnte man denken sie seien täglich bewohnt Freilich Miß Eyre Weil Mr Rochesters Besuche hier stets unerwartet sind und ich bemerkte daß es ihm unangenehm war wenn es bei seiner Ankunft an ein Räumen und Abziehen der Möbelbezüge ging hielt ich es für das Beste die Zimmer immer für seine Ankunft bereit zu halten Ist Mr Rochester ein strenger und stolzer Herr Das nicht gerade aber er hat den Geschmack und die Gewohnheiten eines vornehmen Mannes und verlangt daß man alles danach einrichtet Mögen Sie ihn gern Ist er im allgemeinen beliebt h ja die Familie hat hier in der Gegend stets in großer Achtung gestanden Fast alles Land hier herum so weit Sie sehen können hat in alten Zeiten den Rochesters gehört Ist er aber auch um seiner selbst willen geliebt wenn man seinen Besitz ganz außer Acht läßt mögen Sie ihn