ist Gott Wer ist Gott Mein Vater und der Deinige der die nicht verleugnen wird welche er geschaffen hat Ich baue fest auf seine Macht und seine Güte ich zähle die Stunden bis zu der welche mich ihm vereinigen ihn mir enthüllen wird Du weißt es also sicher Helene daß es einen Himmel giebt in den unsere Seelen eingehen wenn wir sterben Ich glaube an ein Leben nach dem Tode ich glaube an Gottes Güte und befehle ihm meine unsterbliche Seele vertrauensvoll Gott ist mein Vater und mein Freund ich liebe ihn und glaube daß er mich wieder liebt Und werde ich Dich wiedersehen wenn ich sterbe Helene Du wirst auch in jenes Land der Glückseligkeit und zu demselben mächtigen Vater aller kommen daran zweifle ich nicht Jane Ich fragte weiter aber dieses Mal nur in meinen Gedanken Wo ist jenes Land Giebt es ein solches Und ich schlang meine Arme fester um Helene sie war mir theurer als jemals ich fühlte daß ich mich nicht von ihr trennen konnte und barg mein Gesicht an ihrem Halse Plötzlich sagte sie mit sanfter Stimme Wie wohl mir ist Dieser letzte Hustenanfall hat mich etwas müde gemacht ich glaube ich kann schlafen aber verlaß mich nicht Jane ich habe Dich so gern neben mir Ich will bei Dir bleiben liebe Helene niemand wird mich fortbringen Bist Du warm mein Liebling Ja Gute Nacht Jane Gute Nacht Helene Sie küßte mich und ich sie und bald schliefen wir beide Als ich erwachte war es heller Tag ich sah auf und sah mich in den Armen der Wärterin welche mich durch die Korridore in den Schlafsaal zurücktrug Ich wurde nicht darüber gescholten daß ich das Bett verlassen hatte man hatte an andres zu denken Auf meine vielen Fragen wurde mir damals keine Auskunft aber einige Tage später hörte ich daß Miß Temple als sie bei Tagesanbruch in ihr Zimmer zurückgekehrt war mich gefunden hatte meinen Kopf an Helenes Schulter geschmiegt und meine Arme um ihren Hals geschlungen Ich schlief und Helene war tot Ihr Grab ist auf dem Kirchhofe von Brocklebridge Fünfzehn Jahre hindurch war es nur von einem Rasenhügel bedeckt aber jetzt schmückt es eine Tafel von grauem Marmor auf der ihr Name und das Wort Auferstehen steht Zehntes Kapitel Bis jetzt habe ich die Ereignisse in meinem unbedeutenden Dasein mit allen Einzelheiten berichtet und über die ersten zehn Jahre meines Lebens fast ebenso viele Kapitel geschrieben jetzt aber gehe ich über einen Zeitraum von acht Jahren hinweg der dem Leser wenig Interessantes bieten kann und begnüge mich damit nur dasjenige zu berichten was für den Zusammenhang dieser Lebensbeschreibung notwendig ist Als der Typhus sein Zerstörungswerk in Lowood gethan hatte verschwand er nach und nach doch nicht ohne durch seine Heftigkeit und die große Zahl seiner Opfer die öffentliche Aufmerksamkeit auf Lowood gelenkt zu haben Es wurde Nachfrage gehalten über den Ursprung der Epidemie und nach und nach brachte man verschiedene Thatsachen in Erfahrung welche die Entrüstung des Publikums im höchsten Grade erregten