später eingetroffen so hätte ich das bezeichnete Schiff nicht mehr erreichen können Nachdem ich alles so angeordnet hatte daß ich abreisen konnte sobald die Postpferde eintrafen ging ich zu Bessie hinüber und setzte sie von dem Wechsel meines Geschickes in Kenntnis Sie freute sich die treue Seele denn sie war mir immer gut gewesen und sie wußte nicht daß es mich auch etwas koste meine Stellung in Thornfield aufzugeben Ich beschenkte ihre Kinder mit allem was ich eben entbehren konnte küßte sie reichte Robert zum Abschiede die Hand und erbat mir von ihm die Erlaubnis Bessie mit mir zu nehmen und bei mir zu behalten bis ich Gateshead verließ ich sah sie vielleicht zum letzten Male in diesem Leben und mochte gern in den letzten Stunden die ich in diesem öden Hause zubrachte das einzige Wesen um mich haben an das sich hier für mich freundliche Erinnerungen knüpften Auch jetzt sorgte Bessie wieder in ihrer alten Weise für mich sie zwang mich noch ein kräftiges Abendessen und ein Glas starken Weines zu mir zu nehmen um mich für die weite Fahrt zu stärken Ich that ihr den Gefallen wenn es mir in meiner Aufregung auch schwer wurde dann packte sie noch allerhand Mundvorrat für mich zusammen hüllte mich als sie den Wagen kommen hörte sorglich ein damit ich gegen die kalte Nachtluft geschützt wäre fiel mir weinend um den Hals und küßte mich wieder und immer wieder auch ich mußte mir eine Thräne abwischen als ich der lieben Getreuen zum letzten Male die Haud drückte ich lehnte mich aus dem Wagen so lange ich sie noch sehen konnte die vom Mondlicht hell beleuchtet auf den Stufen des Hauseingangs stand dann lehnte ich mich in die Wagenecke zurück und versank in traurige Gedanken Ich will Dich nicht ermüden lieber Leser mit der Erzählung alles dessen was ich auf dem weiten Wege dachte und fühlte Du weißt ja schon so viel von meinem Leben und Wesen daß Du Dich gewiß in meine Empfindungen hineindenken kannst So laß mich denn nur sagen daß ich zwei Nächte und einen Tag ohne Rast und Ruhe weiterfuhr und endlich am Morgen des 1 Juni in Plymouth anlangte Ich suchte zuerst den Kapitän des Schiffes auf der ein freundlicher biederer Seemann war Von ihm empfing ich auch die Adresse meiner Reisegefährtin die schon wiederholentlich nach mir gefragt hatte Daß sie mich so lange vergeblich erwartet und die Hoffnung mich mit sich nehmen zu können wohl schon ganz aufgegeben hatte machte meinen Empfang von seiten der alten würdigen Dame wohl doppelt freundlich und herzlich sie pries sich ein über das andere Mal glücklich daß sie meinem Dnkel ihreu langjährigen Freunde nnn nicht die Enttäuschung bereiten dürfe ohne mich zurückzukommen und konnte nicht müde werden mir sein liebreiches Wesen seinen außerordentlichen Charakter und seine glänzenden Verhältnisse zu rühmen kurz mir alles vor die Seele zu führen was meinen Mut beleben konnte eine weite Reise zu unternehmen um meine nächste Zukunft wenigstens einem mir unbekannten Verwandten zu widmen und in