dem teilnahmlosen Zustande in welchem sie sich jetzt befindet und der erst nach und nach weichen kann allmählich daran gewöhnen wird Sie um sich zu sehen Mir war dieser Rat willkommen denn er hielt in mir die Hoffnung wach daß ich doch noch etwas zur Beruhigung der armen Leidenden thun könnte und gab mir die Möglichkeit meinen Verkehr mit den Eousinen dadurch daß ich bestimmte Pflichten übernahm nach Belieben einzuschränken So etablierte ich mich denn im Krankenzimmer Ich schickte die Wärterin so oft es anglng fort und that Mrs Reed selbst alle Handreichungen es machte mir Freude zu bemerken daß sie sich mit der Zeit an meine Dienste gewöhnte es sogar lieber zu haben schien wenn ich ihr die Kissen zurecht rückte und ihr die Medizin reichte als wenn es die Wärterin that Tagelang lag sie in fortwährendem Halbschlummer und schlug die Augen nie auf einige Male wollte es mich zwar bedünken als schlossen sich ihre Lider in dem Augenblicke als ich sie von meinem Platze am Fenster aus ansah an dem ich meinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte weil ich zu meiner Beschäftigung Licht brauchte ichhatte meine Zeichenutensilien mitgebrachts und weil ich von ihm zugleich das Bett meiner Tante überschauen konnte ich mußte mich aber wohl geirrt haben denn als ich mich der Kranken näherte schlief sie jedesmal fest Zweimal fühlte ich auch einen schwachen Händedruck als ich sie gerade wieder bequem gebettet hatte und sie litt es ohne Widerstreben wenn ich ihr mitunter die welke Hand streichelte oder die eingefallene Wange küßte Eliza und Georgiana kamen jeden Tag nur einmal auf etwa fünf Minuten in das Krankenzimmer erkundigten sich nach dem Befinden ihrer Mutter wie man einer Pflicht der Höflichkeit genügt ohne einen Schatten von Besorgnis oder das geringste Gefühl von Teilnahme zu verraten es schien vielmehr in ihrem Benehmen eine gewisse Ungeduld zu liegen daß der Zustand der Kranken sich so unveränderlich gleich blieb Mich beachteten sie in den ersten Tagen ebensowenig wie ich sie Mit der Zeit aber fingen fie an meiner Beschäftigung einige Aufmerksamkeit zu schenken sahen mir etliche Minuten zu wie ich zeichnete oder malte richteten wohl auch einige Fragen über die Zeichnungen an mich welche sie unter meinen Händen entstehen sahen Nach und nach schien ich in ihrer Achtung zu steigen und Georgiana überraschte mich eines Morgens mit dem Vorschlage einen Spaziergang mit ihr zu machen Ich wies diesen Versuch eines Entgegenkommens nicht zurück holte mein Tuch und meinen Hut und nachdem ich mich überzengt hatte daß die Kranke augenblicklich meiner nicht bedurfte und der Wärterin aneupfohlen hatte sie nicht zu verlassen bis ich wiederkäme ging ich mit meiner Cousine Wie frei und leicht atmete es sich hier draußen wie so ganz anders als in der dumpfen Luft des Krankenzimmers und wie wohl that dem Auge der Blick in die Weite nachdem ich von den Fenstern aus nur die beschränkte Aussicht auf die grünen Bäume des Parkes gehabt hatte Oh wie sehnte ich mich mit einem Male hinaus aus diesem Hause zwischen andere Felder heim