an einen eigenen Willen der sich gegen viele Anordnungen meines Vaters aufbäumte sich willig und unbedingt nur überzeugenden Gründen fügte und gegen ungerechte Strenge mit einer Gewaltsamkeit rebellierte die mir damals vollkommen gerechtfertigt schien von der ich aber jetzt sagen muß daß sie wenig Liebenswürdiges an sich hatte Und dennoch war ich nicht unbeugsam Unter dem liebenden Zuspruch meiner Mutter schmolz all mein Widerstand all mein Trotz dahin wie Wachs an der Sonne Oh daß sie so früh sterben mußte Er seufzte tief und schmerzlich auf und als er seine Augen gen Himmel richtete wie um die Verklärte dort zu suchen schimmerten sie feucht So lange sie lebte fuhr er nach einer längeren Pause fort luchte sie mir mit doppelter Liebe zu ersetzen was ich von seiten meines Vaters entbehren mußte und das Verhältnis zwischen diesem und mir so gut wie möglich zu erhalten auch die geschwisterliche Zuneigung unter uns Brüdern wußte sie mit ihrem liebreichen Wesen zu beleben und so waren die Tage meiner Jugend immerhin glückliche und sonnige zu nennen Da starb meine treue Mutter gerade zu einer Zeit wo ich ihrer am meisten bedurft hätte als ich an der Schwelle von der Kindheit zur Jugend stand Ich will sie nicht wieder heraufbeschwören die Gefühle des verzweiflungsvollen Schmerzes der trostlosen Vereinsamung welche mich damals ergriffen Eine kurze Zeit hindurch hielt ja das Band des gemeinsamen Schmerzes mich mit meinem Vater und Bruder verbunden der Vater der sich mir früher mehr fern gehalten und dem Einfluß meiner Mutter überlassen hatte mochte es wohl wie eine Pflicht empfinden sich mehr um mich zu bekümmern aber mein Hang zur Selbständigkeit ließ mich die ungewohnte Kontrolle alle meiner Gedanken und Handlungen schwer empfinden ich begann mich trotzig dagegen aufzulehnen der Vater begegnete mir immer strenger und härter das rief alle meine schlimmen Anlagen wach es machte mir ordentlich Freude gegen ihn alles was verwerflich in mir war herauszukehren und alle meine besseren Regungen sorgfältig vor ihm zu verheimlichen es war wahrlich kein Wunder daß er mir am Ende seine väterliche Zuneigung ganz entzog und unser Verhältnis sehr unerträglich wurde Mein Bruder versuchte oft den Vater zu versöhnen ich glaube jetzt sogar daß er mich bemitleidete um der oft ungerechten Behandlung willen die mir mein Vater angedeihen ließ aber es war ihm nicht gegeben für seine Überzeugung mit Entschiedenheit einzutreten mich empörten seine zaghaften Verteidigungen meines Thuns und Lassens mehr als sie mich rührten dazu nährte die offenbare Bevorzugung meines Bruders eine Art Grimm gegen ihn nicht daß ich ihn beneidete nein ich sah ihn nur gewissermaßen als die Ursache meiner Zurücksetzung an und mein Herz entfremdete sich ihm immer mehr Da kündigte mir mein Vater eines Tages in wenig freundlichen Ausdrücken an ich möge auf Reisen gehen er sähe dies als ein letztes Mittel an mich zu bessern und mein für ihn unerträgliches Wesen durch das Beispiel und vielleicht auch manche herbe Lehre die mir die Welt geben werde abzulegen Reisen Wie oft hatte der Wunsch die Welt zu sehen mich mit