Mr Rochester Ich wußte gar nicht daß Mr Rochester singt Und diese schöne talentvolle Dame ist noch unverheiratet Es wundert mich auch daß sich nicht schon ein reicher Herr um ihre Hand beworben hat z B Mr Rochester sie ist zwar nicht reich aber er ist es desto mehr und ganz unabhängig er kann ganz nach seinen Wünschen wählen Nun was nicht ist kann ja noch werden Mit diesem tröstlichen Ausspruch der Mrs Fairfax war unsere Unterhaltung über diesen Gegenstand beendigt aber mich beschäftigte unser Gespräch noch lange als ich wieder allein war Ich sah im Geiste die schöne Miß Ingram sah Mr Rochester ihr den Ho machen sah sie als ein Paar vor dem Altare stehen sah alle die Hoffnungen welche seit einiger Zeit mein Herz beschlichen entfliehen alle die Luftschlösser welche ich gebaut in Trümmer fallen und kam zu der Überzeugung daß es keine zweite Närrin wie mich in der Welt gäbe die sich einbilden konnte sie gefiele Mr Rochester und er kümmere sich um sie mir kam es nur zu für sein Glück zu beten und das wollte ich mit der ganzen Kraft die mir zu Gebote stand Ich ging ruhig meinen Pflichten nach aber oft überkam mich ein unbestimmtes Vorgefühl daß Verhältnisse eintreten könnten die mich wünschen ließen Thornfield zu verlassen und ich verfaßte in Gedanken Stellengesuche die ich inserieren lassen wollte Wir hatten vierzehn Tage hindurch nichts von Mr Rochester gehört da brachte eines Tages die Post einen Brief von ihm an Mrs Fairfax Sie erbrach das Siegel und las Nun sagte sie ich habe oft gedacht wir leben hier gar zu still aber es scheint wir werden für einige Zeit genug Unruhe und Arbeit bekommen Kommt Mr Rochester zurück fragte ich mit erzwungener Gleichgültigkeit Ja in drei Tagen und nicht allein er bringt viele Gäste mit Er befiehlt daß alle Schlafzimmer in Bereitschaft gesetzt Dienerschaft gemietet Vorräte angeschafft und Gott weiß was alles besorgt werde und sie beendete eiligst ihr Frühstück und eilte fort um ihre Vorbereitungen zu beginnen Adele wurde durch die Nachricht daß Besuch erwartet werde in unbeschreibliches Entzücken versetzt ich konnte es nur mit Strenge erreichen daß sie ihre Gedanken während der Schulstunden notdürftig zusammenhielt in der übrigen Zeit that sie nichts als alle Zimmer zu durchstöbern und Mrs Fairfax mit Fragen über die zu erwartenden Gäste zu quälen Endlich kam der große Tag den sie mit Ungeduld erwartete Das ganze Haus zeigte sich in festlichem Glanze alle Zimmer waren mit prachtvollen Blumen geschmückt und Mrs Fairfax konnte mit Genugthuung auf ihr vollendetes Werk blicken Sie selbst hatte sich in ihren höchsten Staat ein schwarzes Atlaskleid geworfen ihre goldene Uhr angelegt Handschuhe angezogen und stand bereit die Gäste zu empfangen denn Mr Rochester erwartete von ihr daß sie den Damen die Zimmer anweise ich hatte Adeles Bitten nachgegeben und ihr erlaubt ein Musselinkleid anzulegen obgleich wohl wenig Aussicht war daß fie noch diesen Abend Erlaubnis erhielt sich den Gästen zu zeigen Es wird spät sagte Mrs Fairfax ich freue mich daß