und ihr überdies noch Dankesworte sagen daß sie sich meiner angenommen Gestern früh habe ich sie verlassen ich ging in den Straßen der Stadt wie betäubt herum konnte keines klaren Gedankens mächtig werden vermochte es nicht Jemand um Hülfe oder Rat in meiner Not anzureden bis ich plötzlich mich in freiem Felde befand und von einer alten Frau angesprochen wurde welche mich nach der Richtung meines Weges fragte Als ich ihr hierauf mitteilte daß es meine Absicht gewesen sei nach Gateshead zu gehen da aber mein Bruder Reed der früher daselbst gewohnt habe weggezogen sei so wisse ich in der That nicht wohin ich mich augenblicklich wenden solle um ein Unterkommen zu erhalten so erfuhr ich zu meiner höchsten Freude daß Du nicht weggezogen seiest und noch immer auf Deiner Besitzung weiltest Ich sei auf dem richtigen Wege nach Gateshead erzählte mir die Frau weiter sobald ich den vor mir liegenden Wald durchschritten habe was freilich noch einige Stunden in Anspruch nehmen könne sähe ich Mister Reed 's Besitztum vor mir liegen und könne dasselbe nicht mehr verfehlen Vor dem Eintritt in den Wald mußten wir uns trennen ich bin die ganze Nacht gewandert habe nur einige Male geruht da ich meine Jane welche auf meinem Arme eingeschlummert war nicht weiter tragen konnte Endlich nach einer langen entsetzlichen Nacht ohne Schutz ohne Speise und Trank gelangte ich kurz nach Tages Anbruch wieder ins Freie und habe mich mühsam bis hierher geschleppt wo ich von einer freundlichen jungen Dame liebevoll aufgenommen und gestärkt worden bin Anna Eyre schwieg jetzt während ihr Bruder in ernstes Nachdenken versunken in dem geräumigen Zimmer langsam auf und abschritt und nach vielleicht fünf Minuten Überlegens ernst doch gütig sich zu seiner Schwester wandte Sei ruhig Anna und fasse Dich Daß Du zunächst bei mir in meinem Hause und meiner Familie bleibst bis ich weiter für Deine Zukunft habe sorgen können ist selbstverständlich wenn es mir auch weit lieber gewesen wäre von Deiner Ankunft einen oder zwei Tage vorher unterrichtet worden zu sein Freilich ging das in Anbetracht der mir mitgeteilten Umstände nicht anders aber wenn ich auch Deinen Worten unbedenklichen Glauben schenke so könnte doch meine Frau die wie Du selbst weißt Deine Verheiratung mit Eyre nie billigen mochte Bedenken dagegen erheben Um dieselben im voraus zu zerstreuen und es zu keinen Erörterungen zwischen Euch kommen zu lassen ist es am geratensten Du erholst Dich noch einige Zeit in diesem Zimmer in welchem Dich Niemand stören soll während ich meine Frau auf Deine Ankunft vorbereite und die nötigen Anordnungen für Deine und Deines Kindes Aufenthalt mit ihr bespreche Reed entfernte sich nach diesen Worten und begab sich sofort in das Herrschaftsgebäude Zweites Kapitel Mistreß Sarah Reed hielt eine weibliche Arbeit in der Hand mit welcher sie sich am Fenster sitzend beschäftigte ihre Tochter Georgine saß ihr zur Seite und spielte mit einer großen und stattlich herausgeputzten Puppe während der aus dem Hofe heraufgerufene John mit nur geringer oder vielmehr gar keiner Aufmerksamkeit in einem Bilderbuche herumblätterte