Anstalt im voraus bezahlt und zwei Jahre als sie ihren Lebensunterhalt verdienen mußte als Lehrerin Während dieser ganzen Zeit war Jane 's Leben einförmig an Freuden und Genüssen arm und leer aber es war nicht unglücklich denn es war nicht unthätig und um keinen Preis hätte sie es jemals wieder mit ihrem ehemaligen Aufenthalte in Gateshead vertauschen mögen Ihr standen die Mittel zu einer vortrefflichen Erziehung zur Seite sie besaß eine besondere Vorliebe zu einigen Studien wie Zeichnen und Malen und einen Drang sich in denselben Gegenständen auszubilden sie ward von dem lebhaften Verlangen getrieben ihren Lehrerinnen und besonders denen zu gefallen die sie liebte und achtete Ihre geistigen Anlagen entwickelten sich in einem solchen Umfange daß sie nach Verlauf von kaum zwei Jahren die Erste in der ersten Klasse war und am Ende des sechsten Jahres ihr das Amt einer Lehrerin übertragen werden konnte das sie denn auch mit größtem Pflichteifer übernahm und erfüllte Während dieser ganzen Zeit war Miß Temple Leiterin der Stiftung geblieben und ihrem Unterrichte verdankte Jane den größten Teil ihrer erworbenen Talente und Fähigkeiten ihr Umgang und ihre Teilnahme war ihr ein beständiger Trost wenn des Lebens Ernst einmal an sie herantrat sie vertrat die Stelle der Mutter der Erzieherin nicht allein bei Jane sie wurde endlich auch ihre Freundin Aber es sollte für Jane kein Glück von langer Dauer sein wenn auch das Los das Miß Temple fand ein recht glückliches werden sollte Die würdige und wahrhaft liebenswürdige Dame verheiratete sich mit Mister Nasmyth einem Geistlichen einem vortrefflichen Manne dessen Wert Jane in der kurzen Zeit ihres Beisammenseins mit ihm so recht schätzen lernen sollte und folgte demselben in sein Pfarramt das in einer entfernten Grafschaft lag Die Trennung von Miß Temple war wiederum ein neuer und tiefer Schmerz für Jane 's Gemüt all ihr Denken und Empfinden knüpfte an diese edle Frauengestalt an in all ihre Lebensgewohnheiten und ihre sonstige Thätigkeit war Miß Temple gleichsam mit hineinverflochten und dies Alles wurde nun zerrissen mußte nun aufhören zu sein nachdem es eine Reihe von Jahren in so schöner Weise gedauert und geblüht hatte Als Miß Temple aus Lowood schied war Jane nicht mehr dieselbe mit ihr war jedes gewohnte Gefühl jede Erinnerung dahingeschwunden die Lowood ganz wie unwillkürlich zur ihrer zweiten oder vielmehr eigentlichen Heimat gemacht hatte Den größten Teil des ersten Tages nach der Abreise der beiden Vermählten ging Jane ruhelos in dem Zimmer auf und ab keine Beschäftigung die sie vornahm wollte ihr behagen keinen ruhigen Gedanken konnte sie fassen all ihr Denken und Trachten ging nur darauf hinaus wie sie wohl aus Lowood hinweg und einen anderen Wirkungskreis für sich finden könne Aber es wollte kein glücklicher Einfall in ihrem sonst so erfinderischen Geiste auftauchen bis sie sich endlich der Ruhe überließ und mit Miß Miller ein gleichgültiges Gespräch anknüpfte das ganz wie von selbst auf ihren Weggang von Lowood hingelenkt werden sollte Wie aber soll ich es anfangen fragte Jane um von hier weg und in eine andere Stellung zu