verspreche es Dir mein Georg hier meine Hand darauf sprach Sarah unter Thränen So gelobe mir es auf das Sakrament dann scheide ich ganz ruhig von dieser Welt Ich gelobe und schwöre Dir daß ich Jane wie meine eigenen Kinder halten und lieben werde Dank Dank meine Sarah lächelte Reed komm Jane reiche mir und der Tante hier die Hand sie wird von jetzt ab Deine Mutter sein und Du wirst eine treue Stütze an ihr haben Stirb nicht Onkel Reed jammerte Jane oder nimm mich mit Dir damit ich nicht allein hier bleibe wo es so öde und traurig ist ohne Dich verlasse Deine Jane noch nicht so lange sie sich nicht selbst helfen kann Doch nein fuhr das erregte Kind fort als Reed verwundert aufschaute Du willst es Onkel daß ich leben bleibe gut ich werde bleiben auch ohne Dich ich werde Tante Reed ganz so lieben wie Dich will sie lieben wie eine Mutter nur um Dir nicht wehe zu thun Beruhige Dich Jane sprach Sarah freundlich zu ihr und ergriff ihre Hand Du sollst Deines Onkels Liebe niemals bei mir vermissen ich habe es ihm ja auf das Sakrament gelobt Ich segne Dich meine Jane sprach Reed gerührt und schwächer werdend sei brav wie bisher bleibe fromm und tugendhaft und Du wirst glücklich sein Dein ganzes Leben hindurch Nun aber mischte sich Mister Fowler in die Unterredung wird es Zeit daß Mister Reed sich Ruhe und Erholung gönnt Bitte meine Teuren ziehen sie sich nun zurück und überlassen sie ihn einem hoffentlich sanften und stärkenden Schlummer Ich werde bei ihm bleiben Den Worten des Arztes mußte unbedingt Folge geleistet werden und auch Jane welche sonst stets beim Onkel bleiben durfte entfernte sich still und behutsam mit aus dem Zimmer Mister Reed schlummerte in der That ein er schlummerte länger und fester als der Arzt selbst zu hoffen gewagt hatte Der Abend brach herein ehe der Schwerkranke wieder erwachte aber es wäre vielleicht besser für ihn gewesen er wäre gar nicht wieder zum Bewußtsein gekommen denn kaum hatte er die Augen geöffnet und mit leisen Worten um einen Trunk gebeten da überfiel ihm gegen alles ärztliche Erwarten ein neuer Blutsturz an dessen Folgen er sich noch während einer halben Stunde herumquälen mußte ehe er zurücksank und in den Armen seiner trostlosen Gattin und mit der rechten Hand nach Jane 's Köpfchen greifend seinen Geist aushauchen konnte Der Jammer und die Bestürzung auf Gateshead waren grenzenlos Fünftes Kapitel Mister Reed 's Begräbnis auf dem Friedhofe des nächsten Dorfes geschah mit allen nur erdenkbaren Ehren von Seiten seiner Familie seiner Nachbarn seiner Freunde seiner Arbeiter sowie Aller welche ihm im Leben nur einmal nahe getreten waren Die Rechtlichkeit seines Charakters seine Teilnahme an seiner Umgebung seine Wohlthätigkeit gegen die Armen der Umgegend erhielten ihre Anerkennung und ihren Lohn in der allgemeinen Trauer welche sich überall bemerkbar machte Unzählige Leidtragende begleiteten seinen Leichenkondukt und kein Auge blieb trocken als der Geistliche an der offenen Gruft ein Lebensbild des Verewigten in