sich heimlich mit einem anderen Frauenzimmer die tief unter ihrem Range steht Für dieses unverzeihliche Benehmen sind Sie mir Rechenschaft schuldig und ich verlange im Namen meiner Schwester blutige Genugthuung von Ihnen Sie sind Zeugen meine Herren Genugthuung soll Ihnen werden mehr als Sie fordern können ich bitte jetzt aber dieses unerquickliche Gespräch abzubrechen und uns Angenehmeren zuzuwenden erwiderte Rochester Sämtliche Gäste ergriffen die gebotene Gelegenheit Lord Rochester und Jane Eyre die aufrichtigsten Glückwünsche darzubringen um hierdurch den häßlichen Vorfall so schnell wie möglich in Vergessenheit zu bringen und Lord Francis brachte einen wohlgemeinten Toast auf das neue Brautpaar wobei er feierlich erklärte er werde sich es nicht nehmen lassen bei der Vermählung als Brautführer seines Amtes zu warten Der üble Eindruck des von John Reed gewaltsam herbeigezogenen Streites war hierdurch ein wenig verwischt und Mistreß Reed benutzte diese mildere Stimmung um ihrer angegriffenen Gesundheit wegen zum Aufbruche zu mahnen und sich mit ihrer Tochter und ihrem Sohne zurückziehen zu können Niemand suchte sie zurückzuhalten selbst Kapitän Whitfield nicht der vielmehr blieb und seiner Nichte Jane Eyre aus vollstem Herzen die besten Glückwünsche darbrachte Der Abend dessen Verlauf mit einer so widerlichen Dishonanz gestört zu werden drohte endete in allgemeiner und schönster Harmonie denn sämtlichen Gästen hatte das stille und geräuschlose Walten Jane Eyres gefallen und mit großer Freude hatten sie das innige Verhältnis das zwischen ihr und ihrer Schülerin bestand zu würdigen gewußt Jane selbst bildete in ihrem bescheidenen Wesen einen lieblichen Gegensatz zu dem in voller Kraft und Bewußtsein seines Glückes strahlenden Rochester Adele hüpfte und sprang voll Entzücken umher daß ihre liebe gute Gouvernante nunmehr ihre geliebte Tante würde In einem Meer voll Seligkeit und Wonne überschwamm Mistreß Harleigh welche den Liebling ihres Herzens die Freude ihrer alten Tage sicher an Lord Rochester gebunden wußte und nun doch versichert war Janens Umgang auch für die Folgezeit nicht ganz entbehren zu müssen Schluß Am Morgen nach diesem etwas bewegten Abende war John Reed der von Mutter und Schwester mit den heftigsten Vorwürfen wegen seines höchst ungebührlichen unvorsichtigen Betragens überhäuft wurde aus Thornfield verschwunden und seit dieser Zeit haben seine Verwandten keine Nachrichten wieder von ihm vernommen so daß es wirklich schien er habe sich das Leben genommen oder sei außer Landes geflohen Lord Rochesters Gäste verweilten nur noch zwei Tage in Thornfield und reisten dann sämtlich gemeinschaftlich zurück Jane welche durch Whitfields Mitteilungen an seine Schwester eine Ahnung von der äußerst mißlichen Lage der Familie Reed erhalten hatte drang in ihren Onkel sie von den Verlegenheiten in welche letztere durch Johns Verschwendungssucht geraten war genauer zu unterrichten damit sie eine Bitte an Rochester wagen könne hier noch einmal Abhilfe zu schaffen Whitfield weigerte sich zwar ihrem Wunsche nachzukommen aber seiner Schwester Angst und Verzweiflung waren stärker als die Scheu vor dem Gedanken von dem Manne Hilfe anzunehmen der von John Reed in unverdienter Weise so herausfordernd und beleidigend behandelt worden war und so eröffnete er ihr daß W0 Pfund erforderlich sein würden um zunächst jeden Flecken von dem