um dir vorzulesen mit dir spazieren zu gehen mit dir aufzubleiben dich zu pflegen für dich die Stelle der Augen und der Hände zu vertreten Höre auf so melancholisch dreinzuschauen mein teurer Eduard du sollst nicht mehr einsam und verlassen sein solange ich lebe Er erwiderte nichts Er schien ernst in sich vertieft zu sein er seufzte öffnete halb seine Lippen als wenn er sprechen wollte und schloß sie wieder Ich empfand einige Verlegenheit Vielleicht war ich mit meinen Dienstanerbietungen zu weit gegangen vielleicht hatte ich gegen die Konvenienz verstoßen und vielleicht sah er wie St John etwas Unschickliches in meiner Unüberlegtheit Ich hatte ihm meinen Vorschlag allerdings darum gemacht weil ich von der Idee ausging daß er mich zu seiner Frau haben wolle es hatte mich eine Erwartung darum nicht weniger gewiß weil sie nicht in Worten ausgedrückt wurde getragen daß er mich alsbald zu der Seinigen machen würde Da er aber keinen Wink der darauf hindeutete fallen ließ und da sein Gesicht sich immer mehr umwölkte so stieg mir plötzlich der Gedanke auf daß ich mich ganz und gar geirrt und vielleicht ohne es zu wissen mich töricht benommen hatte und ich begann daher mich sanft aus seinem Arme loszumachen allein er zog mich nur noch heftiger und fester an sich Nein nein Jane Du darfst nicht fortgehen Nein ich habe dich berührt habe deine Stimme gehört habe deine wonnige Gegenwart empfunden diesen Freuden kann ich nicht entsagen Mir selbst ist nur noch wenig übrig geblieben ich muß dich haben Die Welt mag lachen mag mich abgeschmackt selbstsüchtig nennen aber das ist mir gleich Meine Seele verlangt nach dir ihrem Verlangen muß genügt werden sonst wird sie tödliche Rache an ihrer Hülle nehmen Aber ich will ja bei dir bleiben lieber Eduard Ja aber du verstehst darunter etwas ganz anderes als ich Du könntest dich vielleicht dazu entschließen um mich um meine Hand um meinen Stuhl zu sein mich zu pflegen und mich zu warten denn du hast ein liebevolles Herz du bist edelmütig und ohne Zweifel sollte mir das genügen Ich sollte jetzt wohl nur Vatergefühle für dich hegen meinst du nicht Ich werde tun was du willst Eduard ich begnüge mich damit deine Wärterin zu sein wenn du es für besser hältst Aber du kannst nicht immer meine Wärterin sein Jane du bist jung du mußt einmal heiraten Am Heiraten liegt mir nichts Es sollte dir aber daran liegen Jane Wäre ich nur was ich einst war so würde ich versuchen daß dir daran liegen sollte aber ein blinder Klotz Er versank abermals in seine trübe Stimmung Ich dagegen wurde heiterer und faßte frischen Mut Die letzten Worte zeigten mir wo die Schwierigkeit lag und nun fühlte ich mich meiner früheren Verlegenheit ganz enthoben Ich hielt es jetzt für zweckmäßig der Unterhaltung eine andere Wendung zu geben und bestellte deshalb zunächst bei Marie ein gutes Abendbrot Während des Essens und noch lange nachher plauderte ich mit Eduard recht lebhaft und ohne mir den geringsten Zwang aufzuerlegen