zu fesseln Im Gegenteil stellen Sie sich vor ich gebe nach und zer schmelze die menschliche Liebe steige wie eine frisch geöffnete Quelle in meinem Gemüte auf und überschwemme mit lieblichen Wellen das ganze Feld das ich so sorgfältig und mit so vieler Mühe in guten Stand gesetzt mit dem Samen guter Vorsätze so unablässig besät habe Und nun ist es von einer Nektarflut überströmt die jungen Keime sind ertränkt ein köstliches Gift zerfrißt sie Nun sehe ich mich auf einer Ottomane in dem Salon zu Vale-Hall liegen zu den Füßen meiner Braut Rosamunde Oliver sie spricht zu mir mit ihrer süßesten Stimme blickt mit jenen Augen die Ihre geschickte Hand so gut kopiert hat auf mich nieder und lächelt mich mit diesen Korallen lippen an Sie ist mein ich bin der Ihre dieses gegen wärtige Leben und diese vergängliche Welt sind mir genug Still Sagen Sie nichts mein Herz ist voller Wonne meine Sinne sind verzückt lassen Sie die Zeit von der ich gesprochen ruhig vergehen Ich willfahrte ihm Die Uhr pickte fort er atmete geschwind und tief ich stand schweigend da Inmitten dieser Stille ver ging die Viertelstunde Nun steckte er die Uhr wieder ein legte das Bild weg stand auf und stellte sich vor das Kamin hin Nun sagte er diese kurze Zeit war der Täuschung und dem Wahne gegönnt Ich legte meine Schläfe an die Brust der Versuchung und meinen Nacken unter ihr Blumenjoch ich kostete ihren Kelch Das Kissen war brennend heiß in der Guirlande ist eine Natter der Wein hat einen bittern Geschmack ihre Versprechungen sind hohl und nichtig ihre Lockungen falsch ich sehe und weiß das alles Ich blickte ihn verwundert an Es ist sonderbar fuhr er fort daß ich während ich Rosamunde Oliver so lebhaft ja mit der ganzen Stärke einer ersten Leiden schaft liebe deren Gegenstand so ausnehmend schön so graziös so bezaubernd ist ich sage es ist sonderbar daß ich zu gleicher Zeit das ruhige leidenschaftslose Bewußtsein habe daß sie mir keine gute Gattin sein würde daß sie nicht die Lebensgefährtin ist die für mich paßt daß ich dies ein Jahr nach der Heirat finden und daß auf eine Wonne von zwölf Monaten ein ganzes Leben der Reue folgen würde Dies alles weiß ich Während fuhr er fort in mir etwas ist das für ihre Reize die höchste Empfänglichkeit zeigt ist etwas anderes wieder in mir das ihre Mängel ebenso tief fühlt und diese sind von der Art daß sie mit nichts sympathisieren könnte was der Zweck meines Strebens daß sie mich in nichts zu unterstützen ver möchte was ich unternehmen würde Rosamunde eine Dulderin eine Arbeiterin ein weiblicher Apostel Rosamunde die Frau eines Missionars Nimmermehr Sie brauchen ja aber auch kein Missionar zu werden Sie könnten diesen Plan aufgeben Aufgeben Was meinen Beruf mein großes Werk den Grund den ich auf Erden lege zu einer Behausung im Himmel meine Hoffnung denen beigezählt zu werden die allen andern Ehrgeiz in dem ruhmvollen Ehrgeize das Los ihrer Mitmenschen zu bessern haben