solche Art ihre Ware verkauft Fast der Verzweiflung anheimfallend verlangte ich ein halbes Brötchen sie schlug mir es aber wieder ab und sagte wie sie wissen könne wo ich das Halstuch her hätte Ob sie meine Handschuhe nehmen wollte fragte ich Nein was sie damit machen solle Doch ich will mich um den Leser mit diesen Einzelheiten nicht länger aufzuhalten kurz fassen Ehe es noch ganz dunkel wurde kam ich an einem Pachthause vorbei an dessen offener Tür der Pächter saß und sein aus Brot und Käse bestehendes Nachtessen verzehrte Ich blieb stehen und sagte Wollen Sie mir ein Stick Brot geben Mich hungert so sehr Er blickte mich erstaunt an aber ohne mir zu antworten schnitt er ein dickes Stück ab und gab es mir Vermutlich hielt er mich nicht für eine Bettlerin sondern bloß für eine exzentrische Dame die ein Gelüste nach Schwarzbrot hatte Sobald ich sein Haus nicht mehr sah setzte ich mich nieder und aß das Brot Ich durfte nicht hoffen unter einem Dache Aufnahme zu finden und suchte daher mein Obdach in dem schon erwähnten Wäldchen Diesmal schlief ich recht schlecht Der Boden war feucht die Luft kalt zudem hörte ich mehrmals Tritte neben mir so daß kein Gefühl der Sicherheit oder Ruhe seine freund lichen Schwingen über mich ausbreitete Gegen Morgen regnete es und den ganzen folgenden Tag blieb es naß Ich suchte Arbeit wie zuvor wie zuvor wurde ich überall abgewiesen wie zuvor hungerte ich nur einmal kam etwas Nahrung über meine Lippen An der Tür einer Hütte sah ich ein kleines Mädchen die eben eine Schüssel voll kalter Suppe in einen Schweinetrog schütten wollte Wollen Sie mir das geben fragte ich Sie starrte mich an Mutter rief sie da is eine Frauensperson die will die Suppe haben Gut Mädchen antwortete eine Stimme von innen gib es ihr es ist eine Bettlerin Das Schwein braucht sie nicht Das Mädchen schüttete mir den steifen Brei in die Hände und ich verschlang ihn gierig Als die feuchte Dämmerung immer mehr in Dunkelheit über ging blieb ich auf einem einsamen Reitwege stehen auf dem ich eine Stunde oder darüber fortgegangen war Ich fühle daß ich nicht weiter gehen kann sagte ich bei mir selber Soll ich diese Nacht abermals ohne Obdach sein Mus ich während solch ein Regen herabströmt meinen Kopf auf den kalten feuchten Boden legen Ich fürchte ich muß noch vor dem nächsten Morgen sterben Und warum kann ich mich nicht mit dem Gedanken an den Tod aussöhnen Warum kämpfe ich noch um ein wertloses Leben zu erhalten Weil ich weiß oder glaube daß Herr Rochester noch lebt und aus Mangel an Nahrung und Wärme zu verschmachten ist ja auch ein Verhängnis dem die Natur sich nicht passiv unterwerfen kann O Vorsehung Gib mir noch ein wenig länger Kraft Hilf mir leite mich Mein trübes Auge schweifte über die düstere neblige Land schaft Ich mußte weit von dem Dorfe abgeirrt sein denn ich konnte es nicht mehr sehen Auf Kreuzwegen und Fußsteigen hatte ich