Innersten meines Herzend Nicht wahr ich bin ein Schurke Jane So sag 's mir doch offen und unumwunden schone mich nicht Ich kann es nicht ich bin matt und krank Ich brauche Wasser Er stieß eine Art schaudernden Seufzer aus umfaßte mich dann mit den Armen und trug mich die Treppe hinab An fänglich wußte ich nicht in welches Zimmer er mich getragen alles war für mein verglastes Auge umwölkt Bald empfand ich die belebende Wärme eines Feuers denn obgleiches Sommer war war ich in meinem Zimmer eiskalt geworden Er brachte Wein an meine Lippen ich trank davon und lebte wieder auf dann aß ich etwas was er mir anbot und war bald wieder ganz hergestellt Ich befand mich in dem Bibliothekzimmer und saß in seinem Sessel er war ganz nahe bei mir Könnte ich nun ohne allzuheftige Qual aus dem Leben scheiden so wäre es gut für mich dachte ich dann wäre mir die schwere Aufgabe erlassen die Saiten meines Herzens zu sprengen indem ich sie von Rochester gewaltsam losreiße Ich muß ihn verlassen so viel ist mir klar Ich will ihn aber nicht verlassen ich kann ihn nicht verlassen Wie befindest du dich jetzt Jane Viel besser bald werde ich wieder ganz wohl sein Trinke noch ein wenig Wein Ich gehorchte ihm dann setzte er das Glas auf den Tisch stellte sich vor mich hin und sah mich aufmerksam an Plötzlich wandte er sich weg mit einem unartikulierten Ausrufe voll leidenschaft licher Erregung Er schritt schnell durch das Zimmer hin und kam zurück bückte sich zu mir nieder als wollte er mich küssen allein ich erinnerte mich daß Liebkosungen nunmehr ver boten seien Ich wendete mein Gesicht ab und schob das seine beiseite Was Was ist das rief er hastig O ich weiß Du willst den Mann der Bertha Mason nicht küssen Du glaubst meine Umarmungen gehören einer andern Auf jeden Fall ist weder Platz für mich da noch habe ich einen Anspruch geltend zu machen Warum Jane Ich will dir die Mühe des vielen Sprechens ersparen ich will für dich antworten Weil ich schon eine Frau habe willst du sagen Habe ich recht geraten Ja Wenn du so denkst so mußt du eine sonderbare Meinung von mir haben Du mußt mich als einen ränkevollen Wüst ling ansehen als einen gemeinen niederträchtigen Halunken der uneigennützige Liebe geheuchelt hat um dich in eine Schlinge zu locken dich deiner Ehre zu berauben dich um deine Selbst achtung zu betrügen Nun glaubst du das nicht Ich sehe du kannst nichts sagen erstlich bist du noch zu schwach dazu und hast genug zu tun nur um Atem zu holen zweitens kannst du es noch nicht über dich bringen mich anzuklagen und zu schmähen und endlich hast du keine Lust mich zur Rede zu stellen mich mit Vorwürfen zu überhäufen du denkst jetzt daran wie du zu handeln hast das Sprechen erachtest du für unnütz Ich kenne dich ich bin auf meiner Hut Herr Rochester nicht gegen Sie will ich handeln sagte ich