immer sein mag vergessen Sie nicht daß Sie meine Frau sind vor einer Stunde sind wir ja vor allen diesen Zeugen getraut worden Sie kicherte und das Rot ihrer Wangen erhöhte sich Nun Dent fuhr Herr Rochester fort ist die Reihe an Ihnen Und als nun die andere Partei sich zurückzog nahm er mit seiner Gesellschaft die leeren Sitze ein Fräulein Blanche setzte sich zur Rechten ihres Führers und die übrigen nahmen die Stühle zu beiden Seiten ein Mein Auge beobachtete nun nicht mehr die Darsteller ich wartete nicht mehr mit Interesse auf das Aufgehen des Vorhangs meine Aufmerksamkeit war ganz und gar durch die Zuschauer in Anspruch genommen meine Augen zuvor auf den Boden geheftet wurden jetzt mit unwider stehlicher Gewalt nach dem Halbkreise der Stühle hingezogen Welche Scharade Oberst Dent und seine Partei aufführten welches Wort sie wählten wie sie ihre Rollen durchführten weiß ich nicht mehr aber ich sehe noch die Beratung die auf jede Scene folgte ich sehe noch Herrn Rochester sich zu Fräulein Blanche und Fräulein Blanche sich zu Herrn Rochester hinwenden ich sehe sie ihren Kopf zu ihm hinneigen bis die rabenschwarzen Locken fast seine Schultern berühren und seine Wange streifen ich höre ihr gegenseitiges Geflüster ich entsinne mich nochder Blicke die sie miteinander wechselten und es drängt sich in diesem Augenblicke sogar etwas von dem Gefühle welches das Schauspiel in mir erweckte meinem Gedächtnisse wieder auf Dieses Gefühl war nun nicht etwa Eifersucht Fräulein Blanche stand viel zu niedrig um in mir das Gefühl der Eifersucht zu erregen Sie hatte viel äußerlichen Prunk aber der war nicht echt Ihre Gestalt war schön aber ihr Geist war von Natur arm ihr Herz eine Dede Nichts entsproß und blühte frei willig auf diesem Boden Keine unerzwungene keine natür liche Frucht entzückte durch ihre Frische Sie war nicht gut sie war nicht originell sie pflegte hochtrabende Phrasen aus Büchern herzusagen nie hatte sie eine eigene Ansicht Sie hielt sich für gefühlvoll aber die Empfindungen der Sympathie und des Mitleids waren ihr fremd Zartsinn und Wahrheits liebe lagen ihr fern Nur zu oft verriet sie dies durch einen undiplomatischen Aerger und die Abneigung die sie gegen die kleine Adele gefaßt hatte Sie stieß die Kleine mit einem ver ächtlichen Beiworte von sich weg wenn diese sich ihr zufällig näherte wies sie bisweilen aus dem Zimmer und behandelte sie immer mit Kälte und Bitterkeit Auch andere Augen außer den meinigen beobachteten diese charakteristischen Gefühlsäußer ungen namentlich die des zukünftigen Bräutigams selbst und aus diesem vollkommen klaren Bewußtsein von den Fehlern seiner Schönen aus dieser offenbaren Abwesenheit von Leidenschaft bei seinen Gefühlen gegen sie ging mein ewig quälender Schmerz hervor Ich sah daß er im Begriffe war sie ihrer Familie vielleicht politischer Rücksichten halber zu heiraten sie zu heiraten weil ihr Rang und ihre Familienverbindungen seinem Ehrgeiz ent sprachen ich fühlte daß er ihr nicht seine Liebe geschenkt hatte und daß ihr Charakter wenig geeignet war ihm diesen Schais abzugewinnen Das war der Punkt das war es wo der