der Fenstervorhang verbirgt mich zur Hälfte Abermals wird der Vorhang zurückgescoben und sie komnen Dad vereinte Eintreten der Herren isi wie das der Damen höchst imposant sie sind alle schwarz gekleidet die meisten von ihnen sind groß einige jung Und wo bleibt Herr Rochester Er kommt zuletzt herein ich richte nicht die Augen nach der Bogenöffnung hin und doch sehe ich ihn hereintreten Ich suche meine Aufmerksamkeit auf die Strichknadeln auf die Maschen der Börse an der ich häkele zu konzentrieren ich will nur an die Arbeit denken die ichin Händen habe will nur die silbernen Perlen und seidenen Fäden sehen die in meinem Schoße liegen und doch sehe ich deutlich seine Gestalt und rufe mir unwillkürlich den Augenblick ins Gedächtnis zurück wo ich ihn zum letztenmale gesehen gerade als ich ihm wie er meinte einen wesentlichen Dienst geleistet hatte und er mich mit Augen betrachtete die ein bis zum Ueberfließen volles Herz anzeigten Wie nahe hatte ich ihm in jenem Augenblicke ge standen Was war seitdem vorgefallen das uns einander ent fremden konnte So entfremdet waren wir daß ich nicht glaubte er würde mich auch nur anreden Ich wunderte mich nicht als er ohne mich anzublicken auf der andern Seite des Zimmers Platz nahm und mit einigen von den Damen sich zu unterhalten anfing Nicht so bald sah ich daß seine Aufmerksamkeit auf sie geheftet war und daß ich ihn beobachten konnte ohne beobachtet zu werden als meine Augen sich unwillkürlich auf sein Gesicht richteten Ich empfand im Hinsehen ein lebhaftes durch alle Nerven gehendes Vergnitgen ein Vergnügen wohltuend und doch qualvoll ein Vergnügen ähnlich demjenigen das ein vor Durst verschmachtender Mensch empfinden mag der da weiß daß die Quelle zu der er sich hingeschleppt hat vergiftet ist nicht desto weniger aber sich niederbeugt und sich labt Sehr wahr ist es daß 'die Schönheit in dem Auge des Be schauers liegt Das farblose olivenfarbene Gesicht die vier eckige massive Stirn die breiten und achatschwarzen Augen brauen die tiefliegenden Augen die straffen Zütge der feste trotzige Mund waren für mich mehr als schön sie hielten mich in einem Bann der meine Gefühle meiner Gewalt ganz ent rückte und sie an die seinigen fesselte Ich hatte ihn nicht lieben wollen der Leser weiß ich hatte keine Mühe gespart aus meiner Seele die Keime der Liebe zu vertilgen die ich dort entdeckte und jetzt sobald ich ihn wiedererblickte lebten sie von selbst wieder auf Ich mußte ihn lieben auch wenn er mich nicht beachtete Ich verglich ihn mit seinen Gästen Was war die galante Grazie der Lynns die matte Eleganz Lord Ingrams ja selbst das martialische Wesen des Obersten Dent gegenüber seinen Augen voll angeborner Kraft voll echten Feuers In ihrer Erscheinung ihrem Ausdrucke lag für mich nichts Sym pathisches mochten auch immer die meisten Beobachter sie anziehend schön imposant nennen während sie die Züge des Herrn Rochester auf den ersten Blick für hart und sein Aus sehen für melancholisch erklären mußten Ich sah sie lächeln lachen es war nichts das Licht