eine Gefangene vor Im Frühling und Sommer ging es dann besser Zu Anfang dieses Herbstes kam die kleine Adele Varens mit ihrer Wärterin ein Kind bringt sofort Leben ins Haus und jet da auch Sie hier sind werde ich am Ende gar noch ganz vergnügt werden Mein Herz wurde warm als ich die würdige alte Dame so plaudern hörte ich zog meinen Stuhl näher zu ihr hin und sprach den aufrichtigen Wunsch aus daß sie meine Gesellschaft wirklich als so angenehm finden möge als sie erwartete Heute abend will ich Sie aber nicht lange aufhalten sagte sie es ist jetzt zwölf Uhr und Sie sind den ganzen Tag gefahren Sie müssen müde sein Sobald Ihre Füße ordentlich erwärmt sind will ich Ihnen Ihr Schlafzimmer zeigen Ich habe das Gemach welches an das meine stößt für Sie herrichten lassen es ist nur ein kleines Zimmer aber ich meinte daß es Ihnen lieber sein würde als eins der großen Vorderzimmer allerdings sind diese prächtiger ausgestattet aber sie sind so düster und öde ich könnte niemals darin schlafen Ich dankte ihr für ihre rücksichtsvolle Anordnung und da ich mich von der langen Reise wirklich ermüdet fühlte zeigte ich mich bereit mich auf mein Zimmer zurückzuziehen In dieser Nacht hatte ich kein Dornenlager mein einsames Zimmer kannte keine Furcht Zugleich müde und zufrieden schlief ich bald und fest ein Als ich erwachte war es bereits heller Tag In dem Sonnenschein welcher durch die hellblauen Fenstervorhänge fiel erschien mir mein Zimmer freundlich und traulich Äußerlichkeiten üben einen so großen Einfluß auf die Jugend Mir war als müsse jetzt ein schöner Abschnitt meines Lebens für mich anbrechen ein Abschnitt welcher ebenso Dornen und Mühseligkeiten wie Blüten und Freuden haben würde Ich kann nicht genau wiedergeben was ich erwartete aber es war etwas Freudiges nicht vielleicht gerade für einen bestimmten Tag oder Monat sondern für irgend eine unbestimmte ferne Zeit Ich stand auf und kleidete mich sorgfältig an Wenn ich auch gezwungen war einfach zu sein ich hatte kein einziges Kleidungsstück welches nicht in der einfachsten Weise gemacht wäre so achtete ich doch darauf sauber und nett auszusehen Nachdem ich die lange mit Teppichen belegte Galerie entlanggegangen war stieg ich die glatte Eichentreppe hinunter dann kam ich in die Halle hier stand ich eine Minute still ich betrachtete einige Bilder an den Wänden noch heute erinnere ich mich derselben das eine stellte einen finsteren Mann in einem Harnisch dar das andere eine Dame mit gepuderten Haaren und einem Perlhalsband eine Bronzelampe welche von der Decke herabhing eine große Wanduhr deren Gehäuse aus Eichenholz künstlich geschnitzt und durch die Zeit schwarz und blank wie Ebenholz geworden war Alles erschien mir sehr stattlich und großartig Die Tür der Halle welche halb aus Glas war stand offen ich überschritt die Schwelle Es war ein herrlicher Herbstmorgen die Sonne schien klar auf herbstlich gefärbte Wälder und noch grüne Felder herab ich ging auf den freien Rasenplatz hinaus und betrachtete die Front des Herrenhauses Es war drei Stockwerke hoch von großer Ausdehnung