und seinen Bewohnern durchaus nicht gestört Mrs Fairfax war in Wirklichkeit das was sie zu sein schien eine leidenschaftslose gutherzige sich stets gleich bleibende Frau von guter Erziehung und einem Durchschnittsverstande Janes Schülerin war ein lebhaftes Kind welches verzogen und verwöhnt und deshalb zuweilen eigensinnig und widerspenstig war da sie indessen gänzlich ihrer Obhut anvertraut war und keine unberufene und unvernünftige Einmischung von irgendeiner Seite jemals Janes Pläne und Absichten in bezug auf ihre Erziehung durchkreuzte so vergaß das Kind bald seine kleinen Launen und wurde gehorsam und lernbegierig Adele besaß keine hervorragenden Talente keine scharfen Charakterzüge keine besondere Gefühls oder Geschmacksrichtung welche sie auch nur um einen Zoll über andere Kinder empor gehoben hätte aber ebensowenig hatte sie irgendein Laster oder einen Fehler welcher nicht der eines Kindes gewesen wäre Sie machte ziemlich gute Fortschritte hegte für Jane eine lebhafte Neigung und flößte ihr durch ihr fröhliches Plaudern und ihre Bemühungen ihr zu gefallen so viel Liebe ein daß Jane Freude und Vergnügen an des Kindes Gesellschaft und in ihrer Tätigkeit fand Dann und wann wenn Jane einen Spaziergang im Park gemacht hatte oder nach dem Parktor hinunter gegangen war um von dort auf die Landstraße zu blicken oder wenn Adele mit ihrer Wärterin spielte und Mrs Fairfax in der Vorratskammer Fruchtgelee kochte kletterte Jane die drei Treppen hinauf öffnete die Falltür in der Bodenkammer und blickte an die Galerie des Daches gelehnt weit über Felder und Hügel hinaus bis an die verschwommene Linie des Horizonts Dann wünschte sie über jene Grenzen fortsehen zu können dorthin wo die geschäftige Welt und Städte und lebensvolle Gegenden waren von denen sie wohl gehört die sie aber niemals gesehen hatte Nicht die Ruhe ist es welche dem Menschen Zufriedenheit gibt sondern vor allen die Tätigkeit neben der Ruhe So verließ Jane sehnsuchtsvoll ihren Ausblick und wanderte unruhig in der Galerie hin und her Nun noch einiges über die anderen Mitglieder des Haushalts Diese wie John und seine Frau Leah das Hausmädchen und Sophie die französische Bonne waren sehr anständige Leute aber in keiner Weise erhoben sie sich über das Gewöhnliche Mit Sophie pflegte Jane französisch zu sprechen und zuweilen richtete sie auch Fragen über ihr Vaterland an sie die Bonne besaß aber weder die Gabe erzählen noch beschreiben zu können und gab meistens so verwirrte und nichtssagende Antworten daß sie Janes Fragelust eher dämpften als ermutigten Oktober November und Dezember gingen hin Eines Nachmittags im Januar hatte Mrs Fairfax um einen Freitag für Adele gebeten weil diese sich eine heftige Erkältung zugezogen hatte und Jane gewähite diese Bitte Obgleich sehr kalt war es ein schöner windstiller Tag den ganzen Morgen hatte Jane ruhig sitzend in der Bibliothek zugebracht jetzt war sie dessen müde Mrs Fairfax hatte gerade einen Brief beendigt welcher darauf harrte zur Post getragen zu werden und so nahm Jane Hut und Mantel und erbot sich freiwillig denselben auf das Postamt nach Hay zu bringen die Entfernung welche ungefähr zwei Meilen betrug sollte ein angenehmer Nachmittagsspaziergang für sie sein Nachdem