Welt Ihr Herz pochte laut ihr Kopf wurde heiß in den Ohren spürte sie ein Brausen das sie für das Rauschen der Flügel hielt ein Etwas schien sich ihr zu nähern sie fühlte sich bedrückt erstickt ihr Widerstandsvermögen gab nach sie stürzte auf die Tür zu und rüttelte mit verzweifelter Anstrengung am Schlosse Eilende Schritte kamen durch den äußeren Korridor daher der Schlüssel wurde im Schlosse umgedreht Bessie und Miß Abbot traten ein Miß Eyre sind Sie krank fragte Bessie Welch ein fürchterlicher Lärm Ich bin ganz außer mir rief Abbot aus Nehmt mich mit hinaus Laßt mich in die Kinderstube gehen schrie Jane ununterbrochen Weshalb denn Ist Ihnen irgend etwas geschehen Haben Sie etwas gesehen fragte Bessie wiederum O ich sah ein Licht und ich meinte daß ein Geist kommen würde erwiderte Jane und hatte sich jetzt Bessies Hand bemächtigt Sie hat mit Absicht so geschrien erklärte Abbot mit Abscheu Und welch ein Geschrei Wenn sie große Schmerzen gehabt hätte so könnte man es noch entschuldigen aber sie wollte weiter nichts als uns alle herbeilocken Ich kenne ihre bösen Streiche schon Was gibt es denn hier fragte eine andere Stimme gebieterisch und Mrs Reed kam mit flatternden Haubenbändern und wehendem Kleide durch den Korridor daher Abbot und Bessie ich glaube daß ich Befehl gegeben habe Jane Eyre in dem roten Zimmer zu lassen bis ich selbst sie holen würde Miß Jane schrie so laut Madame wandte Bessie zögernd ein Laßt sie los war die einzige Antwort Laß Bessies Hand los Kind verlaß dich darauf auf diese Weise wirst du nicht hinaus gelangen Ich verabscheue solche List besonders bei Kindern es ist meine Pflicht dir zu beweisen daß du mit derartigen Ränken und Schlichen nicht weit kommst Jetzt wirst du noch eine ganze Stunde hierbleiben und auch dann gebe ich dich nur frei wenn du mir das Versprechen gibst vollkommen ruhig und unterwürfig zu sein O Tante hab Erbarmen Vergib mir doch Ich kann ich kann es nicht ertragen Bestrafe mich doch auf andere Weise Ich komme um wenn schrie Jane Sei still Diese Heftigkeit ist ganz widerlich und empörend entgegnete die Tante Schnell warf sie Jane in das Zimmer zurück und schloß sie ohne weitere Erklärungen und Worte wieder ein Jane hörte noch wie sie davon rauschte und bald darauf verfiel die Ärmste in Krämpfe und Bewußtlosigkeit Drittes Kapitel Der gute Mr Lloyd Als Jane wieder erwachte war es mit dem Gefühl eines schrecklichen Alpdrückens vor sich sah sie eine unheimliche rote Glut von der sich dicke schwarze Stangen abhoben Sie hörte Stimmen die hohl an ihr Ohr klangen als würden sie durch das Rauschen des Wassers oder Toben des Windes übertönt Aufregung Ungewißheit und Entsetzen hielten alle ihre Sinne gefangen Nach einigen Augenblicken gewahrte sie daß jemand sie berührte aufhob und in eine sitzende Stellung brachte und zwar viel zärtlicher und sorgsamer als sie bis jetzt irgend jemand gestützt oder emporgehoben hatte Sie lehnte ihren Kopf gegen einen Arm oder ein Polster und fühlte sich unendlich wohl Noch