wachen mußte sie hören könne Sie hatte Angst davor entdeckt und zurückgeschickt zu werden denn sie mußte Helen sehen sie mußte sie umarmen bevor sie starb ihr einen letzten Kuß geben noch ein letztes Wort mit ihr sprechen Nachdem sie die Treppe hinuntergegangen war einen Teil vom Erdgeschoß des Hauses durchschritten hatte und es ihr gelungen war ohne Geräusch zwei Türen zu öffnen erreichte sie eine zweite Treppe diese stieg sie wieder hinauf und befand sich gerade vor der Tür von Miß Temples Zimmer Durch das Schlüsselloch und eine Spalte unterhalb der Tür fiel ein Lichtschein überall herrschte tiefste Stille Als Jane näher kam fand sie die Tür ein wenig geöffnet wahrscheinlich um in das dumpfe Krankengemach etwas Luft dringen zu lassen Nicht gewillt zu zögern und von ungeduldigem Drange beseelt öffnete sie die Tür ganz und blickte hinein Ihr Auge suchte Helen und fürchtete den Tod zu finden Dicht neben Miß Temples Bett und mit den weißen Vorhängen desselben halb verhängt stand ein kleines Bettchen Jane sah die Umrisse einer Gestalt unter der Bettdecke doch das Gesicht war durch die Gardinen verdeckt Die Wärterin mit welcher sie im Garten gesprochen hatte saß in einem Lehnstuhl und schlief eine halb herabgebrannte Kerze die auf dem Tische stand verbreitete ein trübes Licht Miß Temple war nicht sichtbar später erfuhr Jane daß diese zu einer im Delirium liegenden Fieberkranken gerufen worden Jane wagte sich weiter ins Zimmer hinein dann stand sie neben dem kleinen Bette still ihre Hand faßte den Vorhang doch hielt sie es für besser zu sprechen bevor sie denselben zur Seite zog Ein Schauer faßte sie bei dem Gedanken daß sie vielleicht nur noch eine Leiche sehen könnte Helen flüsterte sie sanft wachst du Helen bewegte sich schob den Vorhang zurück und Jane blickte in ihr bleiches abgezehrtes aber ruhiges Gesicht Sie schien so wenig verändert daß Janes Furcht augenblicklich schwand Bist du 's wirklich Jane fragte sie mit ihrer gewohnten sanften Stimme Ah dachte Jane sie wird nicht sterben sie irren sich alle wäre es der Fall so könnte sie nicht so ruhig so friedlich aussehen das wäre nicht möglich Jane ging an ihr Bett und küßte sie ihre Stirn war kalt und ihre Wange war kalt und abgezehrt und ihre Hände und ihre Arme ebenfalls aber ihr Lächeln war das alte geblieben Weshalb kommst du hierher Jane Es ist schon nach elf Uhr ich habe es vor einigen Minuten schlagen hören Ich kam um dich zu sehen Helen Ich hörte du seist sehr krank und ich konnte nicht einschlafen bevor ich noch einmal mit dir gesprochen hatte Du bist also gekommen um mir Lebewohl zu sagen wahrscheinlich bist du gerade noch zu rechter Zeit gekommen Willst du fort Helen Willst du etwa nach Hause Ja nach Hause in meine letzte meine ewige Heimat Nein nein Helen unterbrach Jane sie jammernd Während sie versuchte ihrer Tränen Herr zu werden hatte Helen einen heftigen Hustenanfall indessen weckte dieser die Krankenwärterin nicht als er vorüber lag sie einige Minuten ganz