die mir angewiesene Wohnung ziehen und mit Anfang der nächsten Woche die Schule eröffnen wenn es Ihnen recht ist Gut Sei es so Diana und Mary Rivers wurden immer stiller und schweigsamer je näher der Tag kam an dem sie ihren Bruder und ihr Heim verlassen sollten Beide versuchten nicht anders zu erscheinen als gewöhnlich Aber der Kummer gegen welchen sie zu kämpfen hatten war der Art daß er weder leicht zu besiegen noch zu verheimlichen war In diesem Augenblick ging St John einen Brief lesend am Fenster vorüber Dann trat er ein Unser Onkel John ist tot sagte er Beide Schwestern schienen bestürzt aber nicht erschreckt oder entsetzt Die Nachricht schien ihnen mehr plötzlich als betrübend zu kommen Tot wiederholte Diana Ja Sie heftete einen prüfenden Blick auf das Gesicht ihres Bruders Und was jetzt fragte sie mit leiser Stimme Und was jetzt Diana wiederholte er seine marmorne Ruhe des Gesichtsausdrucks bewahrend Was jetzt Nun nichts Lies Er warf ihr den Brief in den Schoß Sie durchflog ihn schnell und reichte ihn dann Mary Mary durchlas ihn schweigend und gab ihn darauf dem Bruder zurück Mlle drei blickten einander an und alle drei lächelten ein trauriges nachdenkliches Lächeln war es Amen Wir haben noch zu leben sagte Diana endlich Auf jeden Fall wird unsere Lage nicht schlimmer als sie vorher war bemerkte Mary John faltete den Brief zusammen verschloß ihn in sein Pult und ging wieder hinaus Während einiger Minuten sprach niemand Dann wandte Diana sich zu Jane Jane du wirst dich über uns und unsere Geheimnisse wundern sagte sie und uns für hartherzige Geschöpfe halten weil wir über den Tod eines so nahen Verwandten wie ein Onkel es ist nicht mehr Betrübnis an den Tag legen Aber wir haben ihn niemals gekannt noch gesehen Er war der Bruder meiner Mutter Vor langen Jahren hatten er und mein Vater einen Streit und sie entzweiten sich Es geschah auf seinen Rat daß mein Vater den größten Teil seines Vermögens in jene Spekulation steckte welche ihn ruinierte Gegenseitige Vorwürfe flogen zwischen ihnen hin und her sie trennten sich im Zorn und versöhnten sich niemals wieder Mein Onkel wurde später in glücklichere Unternehmungen hineingezogen wie es scheint erwarb er ein Vermögen von zwanzigtausend Pfund Er war niemals verheiratet und hatte außer uns und noch einer Person die ihm durchaus nicht näher steht als wir keine nahen Verwandten Mein Vater hegte stets den Glauben daß er seinen Irrtum wieder gut machen würde indem er uns sein Vermögen hinterließ Doch dieser Brief unterrichtet uns davon daß er jeden Pfennig jener anderen Person hinterläßt mit Ausnahme von dreißig Pfund welche zwischen St John Diana und Mary Rivers geteilt werden sollen um drei Trauerringe dafür zu kaufen Natürlich hatte er ein Recht mit seinem Gelde zu machen was er wollte und doch wirft eine solche Nachricht eine augenblickliche Verstimmung auf das Gemüt Mary und ich würden uns reich erachtet haben wenn er jeder von uns tausend Pfund hinterlassen hätte und für St John wäre dieselbe Summe