Kinderstube stieß und ich hörte sie sagen Sara komm und schlafe mit mir in der Kinderstube ich möchte um 's Leben nicht die Nacht mit dem armen Kinde allein sein sie könnte sterben Es ist ein seltsamer Vorfall diese Ohnmacht es soll mich wundern ob sie wohl etwas gesehen hat Missis war doch zu hart gegen sie Sara und Bessie legten sich zu Bette und flüsterten noch eine halbe Stunde zusammen ehe sie einschliefen Ich vernahm einige abgerissene Worte von ihrer Unterhaltung Es ist ihr etwas erschienen ganz weiß gekleidet und dann verschwunden ein großer schwarzer Hund hinter ihm drei starke Schläge an die Kammerthür ein Licht auf dem Kirchhofe gerade über seinem Grabe u s w Endlich schliefen Beide das Feuer und das Licht gingen aus Ich brachte die lange Nacht in schrecklichem Wachen zu Ohr Auge und Geist waren gleich geschärft durch die Furcht solche Furcht wie sie nur Kinder empfinden können Keine schwere oder langwierige körperliche Krankheit folgte auf dieses Ereignis im rothen Zimmer es gab nur meinen Nerven einen Stoß wovon ich die Erschütterung noch heute empfinde Ja Mistreß Reed Ihnen habe ich einige furchtbare Qualen geistigen Leidens zur Tast zu legen Aber ich muß Ihnen verzeihen denn Sie wußten nicht was sie thaten während Sie die Saiten meines Herzens zerrissen glaubten Sie nur meine bösen Neigungen auszurotten Am folgenden Tage um Mittag war ich auf und saß angekleidet und in einen Shawl gehüllt am Kamin in der Kinderstube Ich fühlte mich matt und niedergeschlagen aber mein schwerstes Leiden war ein unaussprechliches Elend der Seele welches mir beständig stille Thränen auspreßte Eigentlich hätte ich froh sein sollen denn keins von den Reed 's war da sie waren alle mit ihrer Mama ans gefahren Abbot nähte in dem anderen Zimmer und Bessie die von Zeit zu Zeit hereinkam richtete hin und wieder ein ungewöhnlich freundliches Wort an mich Aber meine angegriffenen Nerven befanden sich jetzt in einem solchen Zustande daß keine Ruhe sie besänftigen konnte Bessie war in der Küche gewesen und hatte eine Torte auf einem glänzend bemalten chinesischen Teller hereingebracht dessen Paradiesvogel der unter Rosenknospen nistete mich stets in begeisterte Bewunderung zu versetzen pflegte Oft hatte ich gebeten diesen Teller in die Hand nehmen zu dürfen um ihn genauer zu betrachten doch hatte man mich bisher immer dieses Vorrechts für unwürdig erklärt Dieses kostbare Gefäß wurde jetzt auf meine Knie gesetzt und ich freundlich eingeladen das darauf befindliche delicate Gebäck zu essen Vergebliche Gunst die wie die meisten oft gewünschten und lange verweigerten Gunstbezeugungen zu spät kam Ich konnte die Torte nicht essen und das Gefieder des Vogels die Farben der Blumen erschienen mir seltsam verblichen Ich stellte Teller und Torte weg Bessie fragte ob ich ein Buch haben wollte das Wort Buch wirkte belebend auf mich und ich bat sie Gulliver 's Reisen aus der Bibliothek zu holen Dieses Buch hatte ich wiederholt mit Entzücken gelesen ich betrachtete es als eine Erzählung von Thatsachen und fand ein lebhafteres Interesse daran als an den Feenmärchen