hatte Ich war zufrieden endlich dem Ziele meiner Reise so nahe zu sein In dem bequemen obgleich nicht eleganten Wagen zurück gelehnt folgte ich ruhig meinem Gedankengange Nach dem einfach gekleideten Diener und dem Wagen zu urtheilen dachte ich wird Mistreß Fair fax keine sehr vornehme und reiche Person sein Um so besser ich lebte einst unter feinen Leuten und befand mich sehr unglücklich bei ihnen Ob sie wohl mit diesem kleinen Mädchen allein lebt Wenn das der Fall und sie einigermaßen liebenswürdig ist so werde ich gewiß im Stande sein mit ihr durchzu kommen ich will mein Möglichstes thun nur ist es schade daß das nicht immer hilft ich erinnere mich noch sehr wohl wie Mistreß Reed meine eifrigsten Bemühungen mit Verachtung belohnte Gebe Gott daß Mistreß Fairfax keine zweite Mistreß Reed sein möge wenn sie es dennoch ist so bin ich wenigstens nicht verbunden bei ihr zu bleiben Der Weg war schlecht und die Nacht neblig mein Führer ließ sein Pferd den ganzen Weg im Schritt gehen und ich glaube sicher daß aus den anderthalb Stunden wenigstens zwei wurden Endlich drehte er sich auf seinem Sitze herum und sagte Jetzt sind wir nicht mehr weit von Thornfield Ich blickte hinaus wir kanten an einer Kirche vorüber ich sah wie der niedrige und breite Thurm gegen den Himmel abstach und gerade schlug die Glocke ein Viertel als ich an der Seite eines Hügels eine kleine Reihe von Lichtern sah die von einem Dorfe oder einem Weiler herrühren mochten Etwa zehn Minuten später stieg der Kutscher ab und öffnete ein Thor wir fuhren durch und es schlug hinter uns wieder zu Dann ging es langsam einen Weg hin auf und endlich hielten wir vor der langen Front eines Hauses Nur aus einem einzigen verhängten Bogenfenster strömte Licht hervor alles Uebrige war dunkel Die Thür wurde von einer Dienerin geöffnet ich stieg aus und ging hinein Wollen Sie gefälligst mit mir kommen Fräulein sagte das Mädchen und ich folgte ihr durch eine viereckige Vorhalle die von hohen Thüren umgeben war dann führte sie mich in ein Zimmer dessen doppelte Beleuchtung von Feuer und Licht mich anfangs in Folge des Gegensatzes zur Dunkelheit an die sich meine Augen seit zwei Stunden gewöhnt hatten blendete als ich aber sehen konnte stellte sich meinen Angen ein gemüthliches und angenehmes Bild dar Ein hübsches kleines Zimmer ein runder Tisch neben einem hellen Feuer ein altmodischer Lehnsessel mit hoher Lehne worin die zierlichste kleine ältliche Dame die man sich nur denken kann in Witwenhaube und schwarzseidenem Kleide saß G erade so hatte ich mir Mistreß Fairfax vorgestellt doch sah sie milder aus und ihr Wesen war weniger stattlich Sie war mit einem Strickstrumpf beschäftigt eine große Katze saß ehrbar zu ihren Füßen kurz es fehlte nichts um das schöne Ideal häuslicher Behaglichkeit zu vollenden Eine beruhigendere Einführung für eine neue Erzieherin konnte man sich kaum denken Ich wurde von keinem stolzen und vornehmen Wesen in Verlegenheit gesetzt und als ich eintrat stand die alte Dame auf