große Zahl der ihr erlegenen Opfer die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Schule gerichtet hatten Es wurden Nachforschungen nach dem Ursprunge der Seuche angesiellt und nach und nach kamen verschiedene Thatsachen zum Vorschein die den allgemeinen Unwillen im höchsten Grade erregten Die ungesunde Lage des Ortes die Quantität und Beschaffenheit der den Kindern verabreichten Kost das schlechte Wasser welches bei der Bereitung derselben verwendet wurde die mangelhafte Kleidung und die elenden Wohnräume dies Alles wurde entdeckt und die Entdeckung hatte wohlthätige Folgen für die Stiftung wenn sie auch Herrn Brocklehurst nicht zur Ehre gereichte Mehrere reiche und wohlwollende Personen in der Grafschaft subscribirten reichlich für die Errichtung eines bequemeren Gebäudes in einer besseren Tage es wurde ein neues Reglement entworfen Ver besserungen in Kost und Kleidung eingeführt und die Fonds der Schule einem Comite zur Verwaltung anvertraut Herr Brocklehurst der seines Reichthums und seiner Familienverbindungen wegen nicht abgesetzt werden konnte behielt seinen Posten als Schatzmeister aber er wurde in der Ausübung seiner Pflichten von Männern unterstützt die nicht so engherzig und gefühlslos waren auch sein Amt als Inspector mußte er mit Anderen theilen welche Strenge mit Milde Sparsamkeit mit Einsicht Vernunft mit Mitgefühl zu vereinen wußten Die so verbesserte Schule wurde zu ihrer Zeit eine wahrhaft nützliche und edle Anstalt Ich blieb nach ihrer Erneuerung noch acht Jahre dort sechs Jahre als Schülerin und zwei als Lehrerin und in dem einen wie in dem anderen Verhältnisse hatte ich Ursache die Vortrefflichkeit der Anstalt zu loben Während dieser acht Jahre war mein Leben zwar einförmig aber nicht unglücklich denn es war reich an Thätigkeit Die Mittel zu einer vortrefflichen Ausbildung lagen in meinem Bereiche die Neigung zu einigen meiner Studien und der Wunsch mich in anderen auszuzeichnen nebst dem lebhaften Verlangen meinen Lehrerinnen zu gefallen besonders denen die ich liebte beförderten meinen Eifer und ich benutzte auf 's Beste die mir gebotenen Vortheile In nicht langer Zeit wurde ich die Erste der ersten Classe und dann übertrug man mir das Amt einer Lehrerin welches ich zwei Jahre lang mit Eifer verwaltete Nach Verlauf dieser Zeit trat ich in eine andere Laufbahn ein Bei allen Veränderungen war Miß Temple Vorsteherin der Anstalt geblieben ihrer Belehrung und Anleitung verdanke ich den größten Theil meiner erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse ihre Freundschaft und ihre Gesellschaft waren mein beständiger Trost sie vertrat bei mir die Stelle der Mutter wie der Erzieherin und endlich wurde sie meine Freundin Um diese Zeit verheiratete sie sich mit einem Geistlichen einem vortrefflichen Manne der einer solchen Gattin würdig war und folgte ihm in eine entfernte Grafschaft Von dem Tage an als sie uns verließ war sie für mich verloren Mit ihr war die lezte theure Er innerung die Lowood gewissermaßen zu meiner Heimat machte dahingeschwunden Ich hatte etwas von ihrer Natur und viel von ihren Gewohnheiten eingesogen edlere Gedanken reinere und besser geklärte Gefühle Pflicht untd Disziplin hatten meinen Charakter gemäßigt Aber das Schsicksal in Gestalt des hochehrwür digen Herrn Nasmyth trat zwischen mich unnd Miß Temple ich sah sie in