es du Johanna Du bist also zu mir zurückgekehrt Ja das bin ich Und du liegst nicht todt in einem Grabe oder auf dem Grunde eines Flusses Du weilst nicht traurig einsam und verlassen unter Fremden Nein Herr ich bin jetzt völlig unabhängig Unabhängig Was meinst du damit Johanna Mein Oheim in Madeira ist gestorben und hat mir fünftausend Pfund hinterlassen Ach das ist praktisch gesprochen jetzt sind wir in der Wirklichkeit rief er Ich höre wieder ihre eigenthümliche Stimme so belebend so pikant und doch so sanft sie erfrischt mein verwelktes Herz Wie Johanna Du bist unabhängig und reich Beinahe reich Herr Wenn Sie nicht zugeben wollen daß ich bei Ihnen wohne so kann ich mir selbst ein Haus dicht nebenan bauen lassen und Sie können kommen und bei mir im Zimmer sitzen wenn Sie Abends Gesellschaft wünschen Aber da du reich bist Johanna so hast du jetzt ohne Zweifel Freunde die sich um dich bekümmern und nicht zugeben werden daß du dich eines Blinden annimmst wie ich einer bin Ich sagte Ihnen ja daß ich unabhängig sei mein Herr folglich bin ich auch meine eigene Herrin Und du willst bei mir bleiben Gewiß wenn Sie nichts dagegen haben Ich will Ihre Nachbarin Ihre Wärterin Ihre Haushälterin sein Ich finde Sie hier einsam ich will Ihnen Gesellschaft leisten Ihnen vorlesen mit Ihnen ausgehen bei Ihnen sitzen Ihnen aufwarten Auge und Hand für Sie sein Sehen Sie nicht mehr so schwermüthig aus mein lieber Herr Sie sollen nicht mehr verlassen sein so lange ich lebe Er antwortete nicht er schien in ernste Gedanken versunken einmal öffnete er seine Lippen als wollte er reden und schloß sie dann wieder Ich fühlte mich ein wenig verlegen Vielleicht war ich zu dienstfertig in meinem Anerbieten gewesen ihm Gesellschaft und Beistand zu leisten vielleicht hatte ich zu rasch die Schranke des Herkömmlichen übersprungen und er sah Unschickliches in meiner Unbedachtsamkeit Ich hatte freilich meinen Vorschlag unter der Voraussetzung gemacht daß er mich zu seiner Gattin wünschen werde Wenn ich der Erwartung daß er mich sofort als sein Eigenthum reclamiren würde auch keine Worte verliehen so hatte ich sie deshalb nicht weniger bestimmt gehegt Aber keine Anspielung der Art sprach er aus und da sein Gesicht sich immer mehr verfinsterte so begann ich zu fürchten daß ich vielleicht ohne es zu wissen eine Thorheit begangen hätte Ich wollte mich sanft aus seinen Armen losmachen doch er ergriff mich lebhaft und hielt mich noch fester Nein nein Johanna du darfst nicht gehen Nein ich habe dich angerührt deine Stimme gehört und das Glück deiner Gegenwart die Süßigkeit deines Trostes gefühlt ich kann diese Freude nicht wiederum opfern Es ist mir wenig übrig geblieben ich muß dich haben die Welt mag mich thöricht und selbstsüchtig nennen aber es liegt nichts daran Meine innerste Seele fordert dich ihr Begehr muß erfüllt werden oder sie sprengt ihre sterbliche Hülle Nun gut Herr ich will bei Ihnen bleiben ich habe es ja gesagt Ja aber wenn du sagst du willst