ich darüber das Unwetter Ich hörte ein Geräusch und glaubte es sei der Wind der an der Thüre rüttle Nein es war Saint John Rivers der durch Sturm und Finsternis zu mir gekommen war und jetzt vor mir stand Der Mantel der seine hohe Gestalt bedeckte war weiß wie ein Gletscher Ich war bestürzt so wenig hatte ich an diesem Abend einen Besuch aus dem verschneiten Dorfe erwartet Bringen Sie eine schlimme Nachricht fragte ich Hat sich etwas zugetragen Nein Wie leicht erschrecken Sie doch antwortete er seinen Mantel ablegend und an die Thür hängend Dann schob er ruhig die Matte wieder vor die durch seinen Eintritt verrückt war und stampfte den Schnee von seinen Stiefeln Ich werde Ihren reinen Fußboden beschmutzen sagte er aber Sie müssen mich diesmal entschuldigen Dann näherte er sich dem Feuer Es hat mich Anstrengung gekostet hierher zu kommen das versichere ich Sie fuhr er fort indem er seine Hände über der Flamme wärmte Einmal sank ich tief in den Schnee Aber warum kamen Sie denn konnte ich nicht umhin zu fragen Das ist ein ziemlich unfreundlicher Empfang für einen Gast aber da Sie nun einmal fragen will ich Ihnen antworten daß ich nur ein wenig mit Ihnen reden möchte da ich meiner stummen Bücher und leeren Zimmer überdrüssig wurde Ueberdies habe ich seit gestern die Aufregung eines Menschen empfunden dem man eine Geschichte nur halb erzählt hat und der ungeduldig ist das Ende zu hören Er setzte sich nieder Ich erinnerte mich seines gestrigen seltsamen Benehmens und begann wirklich für seinen Verstand zu fürchten Wenn diese Furcht indessen begründet gewesen wäre so war sein Wahnsinn wenigstens ein stiller und harmloser ich hatte sein schönes Gesicht nie so sehr den Marmor gleich gesehen als jetzt wo er sein vom Schnee benetztes Haar aus der Stirne strich und das Licht des Feuers auf seine weiße Stirn und blasse Wange fiel worin ich mit Bedauern eine Furche entdeckte die Sorge oder Kummer deutlich darauf gezogen hatten Ich schwieg und erwartete daß er reden werde aber er hielt jetzt das Kinn in die Hand gestützt und den Finger an den Mund gelegt er sann nach Es fiel mir auf daß seine Hand abgemagert war wie sein Gesicht Ein vielleicht nicht ganz angebrachtes Gefühl des Mitleids veranlaßte mich zu sagen Ich wollte Diana oder Maria könnte kommen und bei Ihnen wohnen es ist vom Nebel daß Sie so ganz allein leben Sie nehmen gar keine Rücksicht auf Ihre Gesundheit O nicht doch antwortete er ich sorge für mich wenn es nöthig ist jetzt ist mir wohl Was sehen Sie denn Auffallendes an mir Dies sagte er mit zerstreuter Gleichgültigkeit die mir zeigte daß meine Besorgnis wenigstens seiner Meinung nach überflüssig sei Ich schwieg Er fuhr langsam mit seinem Finger über die Oberlippe und sein Auge richtete sich träumerisch auf das glühende Feuer Ich hielt es für nöthig etwas zu sagen und fragte ob er keinen Zugwind von der hinter ihm befindlichen Thür spüre Nein nein antwortete er kurz und