sei Ueberdies wünschte ich zu sehen ab du mich aufsuchen würdest wenn ich dich vermiede aber du thatest es nicht du hieltest dich in deinem Schulzimmer so ruhig wie dein Schreibpult und deine Staffelei Wenn ich dir zufällig begegnete gingst du schnell an mir vorüber und mit so geringen Zeichen des Erkennens als sich nur immer mit dem Respect vertrug Dein gewöhnlicher Ausdruck in jenen Tagen Johanna war ein gedankenvoller Blick nicht trostlos aber auch nicht freudvoll denn du hattest wenig Hoffnung und kein wirkliches Vergnügen Ich war begierig zu wissen was du von mir dächtest oder ob du überhaupt an mich dächtest Um dies zu ergründen beschäftigte ich mich wieder mehr mit dir Es lag etwas frohes in deinem Blicke und in deinem Wesen wenn du dich unterhieltest ich sah daß dein Gemüth der Gesellschaft zugänglich war während die stille Schulstube und die Langeweile deiner Lebensweise dich traurig stimmten Ich gestattete mir die Wonne freundlich gegen dich zu sein dein Gesicht nahm einen sanften Ausdruck an deine Sprache wurde milde ich hörte meinen Namen gern von deinen Lippen mit dankbarem frohem Ausdruck ausgesprochen Ich wußte es einzurichten daß ich oft wie durch Zufall mit dir zusammentraf es lag ein seltsames Zaudern in deinem Wesen du sahst mich mit Unruhe und Zweifel an du wußtest nicht welcher Art gerade meine Laune sein möchte ob ich den strengen Herrn oder den wohlwollenden Freund spielen wollte Ich war damals schon zu sehr für dich eingenommen um meine herrische Seite oft herauskehren zu können und wenn ich vertraulich meine Hand ausstreckte verbreitete sich so viel Licht eine so beglückte Wonne über deine geistreichen Züge daß ich oft sehr an mich halten mußte um dich dann nicht an mein Herz zu drücken Reden Sie nicht mehr von jenen Tagen mein Herr unterbrach ich ihn indem ich verstohlen einige Thränen aus meinen Augen entfernte Diese Sprache war eine Folterqual für mich denn ich wußte was ich thun mußte und zwar bald und alle diese Erinnerungen und diese Offenbarungen seiner Gefühle machten mir mein Vorhaben nur umso schwerer Ganz recht Johanna entgegnete er wozu ist es nöthig bei der Vergangenheit zu verweilen wenn die Gegenwart umso viel sicherer die Zukunft umso glänzender ist Ein Schauder erfaßte mich bei dieser thörichten Behauptung Du siehst jetzt wie die Sache steht nicht wahr fuhr er fort Nach einer Jugend und einem Mannesalter halb in unsäglichem Elend und halb in trostloser Einsamkeit zugebracht habe ich zum ersten Male gefunden was ich wahrhaft liebe kann habe ich dich gefunden Du bist mein besseres Ich mein guter Engel eine glühende heilige Leidenschaft wohnt in meinem Herzen sie lehnt sich an dich lenkt mein innerstes Sein meinen Lebensquell zu dir und indem sie in einer reinen mächtigen Flamme auflodert verschmilzt sie dich und mich zusammen in Eins Weil ich dies fühlte und wußte war ich entschlossen dich zu heiraten Mir zu sagen daß ich schon ein Weib habe ist leerer Hohn Du weißt jetzt daß ich nur einen grauenhaften Dämon hatte Es war