ihrer Kälte und ihrem Zweifel so gekränkt daß mir die Thränen in die Augen traten Ich wollte Ihnen nicht wehe thun fuhr die Witwe fort aber Sie sind noch so jung und kennen die Männer so wenig daß ich Sie warnen möchte Ein altes Sprichwort sagt Es ist nicht Alles Geld was glänzt und in diesem Falle fürchte ich wird man etwas Anderes finden als Sie oder ich erwarten Warum sagte ich Ist es unmöglich daß Herr Rochester eine aufrichtige Neigung zu mir hegen sollte Nein Sie sind ganz hübsch Ihr Aussehen hat sich in der letzten Zeit sehr gehoben und ich glaube auch daß Herr Rochester viel auf Sie hält Ich habe immer bemerkt daß er sich besonders gern mit Ihnen unterhielt Zu Zeiten war ich schon um Ihretwillen wegen dieser unverkennbaren Bevorzugung ein wenig unruhig und hätte Sie gern gewarnt aber ich fürchtete es könne sie beleidigen und da ich Sie immer so verständig bescheiden und vorsichtig gesehen so hoffte ich Sie würden sich schon selbst schützen Ich kann Ihnen nicht sagen was ich am letzten Abend ausgestanden als ich Sie im ganzen Hause s suchte und Sie nirgends finden konnte und den Herrn auch nicht bis ich Sie endlich um zwölf Uhr mit ihm allein kommen sah Nun machen Sie sich darüber jetzt keinen Kummer mehr sie ich ungeduldig ein es muß Ihnen genügen daß Alles in Ordnung vor sich gegangen ist Ich hoffe es wird Alles schließlich gut werden entgegnete sie aber glauben Sie mir Sie können nicht vorsichtig genug sein Suchen Sie Herrn Rochester in einiger Entfernung zu halten mißtrauen Sie sich selber so gut wie ihm Herren in seiner Tage pflegen nicht ihre Erzieherinnen zu heiraten Ich wurde wirklich aufgebracht Zum Glück kam Adele herein Nehmen Sie mich mit nach Millcote rief sie Herr Rochester will es nicht zugeben obgleich in dem neuen Wagen Platz genug ist Bitten Sie ihn Mademoiselle daß er mich mitfahren läßt Das will ich thun Adele versprach ich und eilte mit ihr von dannen froh meiner ernsten Mahnerin zu entkommnen Der Wagen stand vor der Hausthür bereit Herr Rochester ging auf dem ge pflasterten Wege auf und ab Adele darf uns begleiten nicht wahr mein Herr Ich habe es ihr schon abgeschlagen Ich will keine Kinder ich will nur Sie bei mir haben Lassen Sie sie mitkommen Herr Rochester wenn ich bitten darf es wird besser sein Im Gegentheil sie wird uns nur zur Last fallen Er war sehr gebieterisch in Blick und Stimme Ich stand noch unter dem Einfluß der Mahnungen und Zweifel der Mistreß Fairfax meine Hoffnungen erschienen mir ungewiß und haltlos und ich verlor fast das Bewußtsein meiner Macht über ihn Schon war ich im Begriff ihm ohne weitere Vorstellungen zu gehorchen aber als er mich in den Wagen hob s ah er mir ins Gesicht Was ist geschehen fragte er aller Sonnenschein ist fort Wünschen Sie wirklich daß das M ädchen uns begleite Wird es Sie kränken wenn Sie zurückbleibt Es wäre mir viel lieber