bleiben Ich muß Sie verlassen Herr Rochester Für einige Minuten Johanna Um dir das Haar zu ordnen Ich muß Thornfield verlassen ich muß für immer Abschied l von Ihnen nehmen Ich muß unter einem andern Himmel unter andern Menschen ein neues Leben beginnen Das sagte ich dir ja selbst schon aber als Frau Rochester denn das sollst du werden nicht nur dem Namen nach sondern in der Tat Ich werde zu dir halten solange ich lebe Ich habe eine Villa am Meer in Südfrankreich dorthin gehen wir Weshalb schüttelst du den Kopf Johanna nimm Vernunft an oder die Wut faßt mich von neuem Herr Rochester erwiderte ich ruhig Ihre Gattin lebt noch Johanna ich besitze nicht viel Sanftmut stieß er hervor Nicht viel Geduld ich bin auch nicht kalt und ohne Leidenschaft Lege deine Hand an meinen Puls fühle wie er klopft und hüte dich Er hielt mir den Arm hin sein Gesicht war aschfahl geworden Ich wußte mir keinen Rat mehr ihn noch länger durch Widerstand zu reizen war grausam ihm nachzugeben war ganz unmöglich Da tat ich was der Mensch in höchster Not instinktiv immer tut ich schlug die Augen zum Himmel auf und die Worte So möge Gott mir helfen kamen unbewußt von meinen Lippen Ich bin ein Narr rief er Da rede ich dir immer vor ich sei nicht verheiratet und erkläre es dir nicht Du weißt ja nichts von dieser unglückseligen Verbindung und von dem Drum und Dran Wenn du alles weißt wirst du mir gewiß Recht geben Willst du mich anhören Stundenlang Herr Rochester Es soll nur ein paar Minuten dauern Hast du schon einmal gehört daß ich kein Erstgeborener war sondern einen älteren Bruder hatte Frau Fairfax sprach einmal davon Und hast du auch mal gehört daß mein Vater sehr habsüchtig und geldgierig war Ja Nun er hatte infolgedessen beschlossen fein Besitztum nicht zu teilen sondern ganz meinem Bruder zu hinterlassen und um mich in unabhängige Verhältnisse zu bringen suchte er mir eine reiche Braut Er fand sie in der Tochter eines westindischen Farmers eines Herrn Mason der für sehr reich galt Die Mitgift sollte denn auch dreiviertel Million betragen das genügte ja Man schickte mich nach Jamaika um die Braut heimzuführen die bereits für mich geworben war Sie war sehr schön von spanischem Typus Ich sah sie aber nie allein und konnte kein einziges Mal mit ihr unter vier Augen sprechen Allein da sie allgemein umworben wurde nahm ich an sie sei wirklich begehrenswert und machte mir keine Gedanken weiter Ihre Verwandten kamen mir entgegen sie selbst ermutigte mich Nebenbuhler reizten mich den Sieg davonzutragen und so war ich eines Tages mit ihr verheiratet fast wußte ich nicht wie es geschah O wie verachte ich mich selbst wenn ich daran denke Ich kannte sie ja noch nicht einmal Ich wußte nicht ob sie tugendsam gut offenherzig sei ob sie eine reine Seele ein edles Herz hätte Nichts wußte ich Ihre Mutter hatte ich nie gesehen Ich glaubte sie sei tot Erst nach