Der ist mehr nach mir mehr ein Gibson als ein Reed Wenn er mich nur nicht fortwährend um Geldsendungen angehen möchte Wo soll ich all das Geld hernehmen Ich habe nichts mehr wir stehn vor der Armut Schon die Hälfte der Dienerschaft habe ich entlassen müssen ich kann nur noch einen Teil des Hauses benützen die andern Räume werde ich wohl vermieten müssen Das widerstrebt mir natürlich aber wie sollen wir sonst unser Leben fristen Ich muß ja zwei Drittel meines Einkommens hingeben um allein die Wucherzinsen für die Schulden meines Sohnes und für die Darlehen die ich um seinetwillen aufgenommen habe zu bezahlen Hans spielt so viel und verliert immer dabei Er ist ganz heruntergekommen und sieht jetzt schrecklich schlecht aus der arme Junge Man könnte sich seiner fast schämen Sie geriet in heftige Erregung ‘Jetzt gehe ich wohl besser sagte ich zu Bessie Ich glaube auch Fräulein Abends spricht sie meistens in dieser Weise morgens ist sie viel ruhiger Bessie flößte ihr ein wenig Medizin ein die besänftigend wirkte dann versank Frau Reed in eine Art Halbschlummer und wir verließen sie Zehn Tage verflossen bevor ich wieder Gelegenheit hatte mit ihr zu sprechen In dieser Zeit versuchte ich mit den beiden Schwestern so gut es ging auszukommen Sie lebten auf beständigem Kriegs fuße miteinander Seit Elisa aus Neid Georgina um einen Verehrer gebracht hatte der die ernstliche Absicht gehabt sie zu heiraten bestand zwischen beiden heftige Feindschaft Die ältere hüllte sich stets in Schweigen und beachtete mich nach wie vor fast gar nicht Georgina klagte mir öfter ihr Leid und erzählte von ihrer unglücklichen Liebe und von dem Streich den die böse Schwester ihr gespielt hatte Elisa hatte den Entschluß gefaßt ins Kloster zu gehen und Georgina kannte keinen heißeren Wunsch als daß die Mutter sterben und ihre Tante Gibson sie zu sich nach London nehmen möchte Eines Tages als mir Georginas Geschwätz zur Last wurde ging ich hinauf um nach der Kranken zu sehen Wie ich erwartet hatte war die Wärterin um die sich niemand kümmerte zu den Dienstmädchen in die Küche gegangen Bessie die zwar sehr pflichttreu war aber doch auch ihre eigene Familie zu versorgen hatte war im Pförtnerhäuschen die Kranke lag ganz allein anscheinend in Ohnmacht Das Feuer im Kamin drohte zu erlöschen Ich legte frische Scheite auf Frau Reed erwachte bei dem Geräusch und murmelte Wer ist dee Ich bin es Tante Reed Wer fragte sie wieder Wer ist es Und sie sah mich mit einem Blick des Schreckens doch nicht des Zornes an Ich kenne dich nicht wo ist Bessie Im Pförtnerhause Tante Wer nennt mich Tante sagte sie Du bist doch keine Gibson und doch diese Stirn diese Augen die sollte ich kennen du siehst aus wie ja wie Johanna Eyre Aber das bist du nicht Ich schwieg denn ich fürchtete sie aufs neue aufzuregen Ich wünschte wohl Johanna käme noch einmal her Vorsichtig brachte ich ihr bei ich sei Johanna Eyre und teilte ihr auch mit daß Bessie ihren Mann