eines andern bin ich nichts Doch auch erst seit kurzem erkannte ich Gottes Wort in meinem Zustande erkannte ich mein Unglück als gerechte Strafe Nun fühlte ich Reue und wünschte mich mit meinem Schöpfer auszusöhnen Ich betete nur kurz doch aufrichtig Da vor vier Tagen am Abend des letzten Montags ergriff mich eine seltsame Rührung Die Wut wich von mir Schmerz und Kummer nahmen mich gefangen Ich war seit langem schon überzeugt du müssest tot sein da alles Suchen nach dir erfolglos blieb Spät an jenem Montagabend es war zwischen elf und zwölf Uhr wollte ich zur Ruhe gehen und betete vorher noch zu Gott mich bald von diesem Leben zu erlösen und mich in sein Reich aufzunehmen wo ich meine Johanna wiederzufinden hoffte Ich saß am offenen Fenster die würzige linde Nachtluft tat mir wohl Die Sterne konnte ich nicht erkennen aber als einen Nebelfleck sah ich den vollen Mond O Hannchen ich sehnte mich nach dir Ich sehnte mich von ganzer Seele nach dir Ich fragte Gott in Demut und Angst ob ich nicht lange genug einsam gewesen sei ob ich nie wieder Glück und Frieden finden solle ob ich noch lange leiden müsse Und ich schrie zu ihm auf daß ich es nicht mehr ertragen könne Und da brach plötzlich das A und O all meiner Qual und Sehnsucht von meinen Lippen in dem einen lauten Schrei Johanna Johanna Johanna Sie haben laut gerufen Ja Mit aller Gewalt meiner Stimme Wenn es jemand gehört hat er muß mich für wahnsinnig gehalten haben Und es war am vergangenen Montag gegen Mitternacht aJa die Zeit hat nichts zu sagen das Seltsamste war was danach nun geschah Du hältst mich gewiß für abergläubisch nun ja ich habe ein bißchen davon im Blute Dennoch ist es wahr was ich jetzt erzähle Als ich den Ruf Johanna Johanna Johanna getan hatte antwortete eine Stimme die ich kannte doch wußte ich nicht von wannen sie kam Der Wind trug mir die Worte zu Ich komme warte auf mich und gleich darauf erklang es Wo bist du Es klang als kämen die Worte aus einem Tale denn ein Berg schien sie widerzuhallen Johanna ich glaube in diesem Moment fanden unsere Seelen sich unsere Seelen tauschten Zwiesprache aus Denn es war deine Stimme Johanna so wahr ich lebe es war deine Stimme Am Montag Abend um die Mitternacht hatte auch ich jenen seltsamen Ruf vernommen auf den ich antwortete Ich hörte Herrn Rochesters Erzählung an sagte aber nichts dazu Das Zusammentreffen war mir zu unfaßbar zu furchtbar als daß ich darüber hätte sprechen können Was hätte ich auch sagen sollen Gs hätte doch einen tiefen schweren Eindruck auf das Gemüt meines Zuhörers machen müssen und sein Gemüt war nach allen seinen Leiden schon an sich düster genug es brauchte nicht noch der Schatten darauf zu fallen den das Uebernatürliche stets auf uns Menschen wirft Ich behielt mein Erlebnis für mich und sann allein darüber nach Nun wunderst du dich wohl auch nicht mehr daß ich