nach seinem korrekten und klassischen Musterbilde bilden als hätte er meinen veränderlichen grünen Augen die meerblaue Farbe und den feurigen Glanz seiner eigenen geben wollen Indessen war es nicht sein geistiges Übergewicht allein was mich jetzt in Knechtschaft erhielt In der letzten Zeit war es mir leicht genug gewesen einen traurigen Blick zu zeigen ein krebsartiges Uebel nagte an meinem Herzen und vertrocknete mein Glück an seiner Quelle das Nebel der Ungewißheit Vielleicht denkst Du Leser ich habe bei diesen Wechseln des Orts und des Glücks Herrn Rochester vergessen Dem war aber keinen Augenblick so Der Gedanke an ihn hatte mich immer noch nicht verlassen weil er kein Dunst war den der Sonnenschein zerstreuen konnte noch ein Bild das man in Sand gezeichnet und das daher auch Stürme vertilgen könnten es war ein auf eine Tafel gegrabener Name der so lange dauern mußte als der Marmor worauf er geschrieben war Das sehnsüchtige Verlangen zu erfahren was aus ihm geworden folgte mir überall hin als ich zu Morton war zog ich mich alle Abende wieder in mein Häuschen zurück um daran zu denken und jetzt suchte ich in Moor-House jeden Abend mein Schlafzimmer auf um darüber zu brüten Im Laufe der Correspondenz die ich wegen des Testaments mit Herrn Briggs anknüpfen mußte hatte ich bei ihm angefragt ob er von Herrn Rochesters gegenwärtigem Aufenthaltsorte und Gesundheitszustande Etwas wüßte wie aber St John bereits vermuthet hatte wußte er von ihm ganz und gar Nichts Dann schrieb ich an Mistreß Fairfax und bat sie um Auskunft Ich hatte darauf gerechnet daß ich durch diesen Schritt meinen Endzweck erreichen würde ich hielt mich überzeugt daß eine Antwort nicht lange auf sich warten lassen würde Ich war ganz erstaunt als vierzehn Tage vergingen ohne daß eine Antwort kam als aber zwei Monate verstrichen und jeden Tag die Post kam ohne Etwas für mich zu bringen da wurde ich eine Beute der peinlichsten Unruhe Ich schrieb abermals es war ja möglich daß mein erster Brief verloren gegangen Neue Hoffnung folgte dem neuen Versuche sie schien wie die erste einige Wochen lang und dann nahm sie wie dieselbe immer mehr ab und verflackerte endlich nicht eine Linie nicht eine Sylbe kam Als ein halbes Jahr in vergeblicher Erwartung verging erstarb meine Hoffnung und es kam mir in der That Alles um mich her finster vor Ein schöner Frühling dessen ich mich nicht erfreuen konnte glänzte um mich her Der Sommer kam herbei Diana suchte mich aufzuheitern sie sagte ich sehe übel aus und wollte mich an die Seeküste begleiten Dem widersetzte sich aber St John er sagte nicht Zerstreuung brauche ich sondern Beschäftigung mein gegenwärtiges Leben sei zu zwecklos ich müsse einen Gegenstand des Strebens haben und ich glaube um diesem Mangel abzuhelfen verlängerte er noch mehr die Stunde die er mir im Hindostanischen gab und drang noch mehr darauf daß ich meinen Studien beharrlich obliege und ich dachte wie eine Thörin nie daran ihm Widerstand zu leisten und konnte ihm auch keinen Widerstand leisten Eines Tages